Aluwerk Unna: Streit mit Ex-Chef verschärft sich

Das Aluminiumwerk in Unna von außen, die Schranken sind offen, man blickt auf das Werk

Aluwerk Unna: Streit mit Ex-Chef verschärft sich

  • Aktionäre sollen Thomas Wiese nicht entlasten
  • Ermittlungen wegen Verdachts der Untreue
  • Prozessflut bei Gerichten

Bei der Hauptversammlung der Aluminiumwerk Unna AG am Donnerstag (18.07.2019) soll dem ehemaligen Vorstandschef Thomas Wiese die Entlastung für das Geschäftsjahr 2018 verweigert werden. So steht es in der Tagesordnung. Derweil hat bei den Gerichten das juristische Nachspiel des kleinen Wirtschaftskrimis in Unna begonnen.

Übernahme durch Chinesen 2017

Blick in eine Produktionshalle

Im September 2017 hatte die weltgrößte Aluminium-Gruppe, Zhongwang aus China, das Unnaer Traditionsunternehmen von 1914 übernommen. Mehrheitsgesellschafter Thomas Wiese und die Beteiligungsgemeinschaft der 250 Mitarbeiter machten Kasse. Zunächst lief alles gut. Dann geriet ALUNNA im Laufe des Jahres 2018 in die "roten Zahlen". Wer das verschuldet hat, daran scheiden sich die Geister.

Erst Held, dann Versager

Thomas Wiese wurde in den Augen der Chinesen urplötzlich vom starken Mann zum versagenden Manager. Jetzt wurden Dinge veröffentlicht, die intern längst jeder wusste, die aber in der Öffentlichkeit für Stirnrunzeln sorgten.

Ex-Vorstandschef Thomas Wiese

Etwa, dass eine Leiharbeitsfirma, die der Familie Wiese gehört, jahrelang bis zu 150 Arbeiter an das Aluwerk auslieh. Oder dass teure Sportwagen, mit denen Thomas Wiese handelt, von ALUNNA geleast worden sein sollen. Hier ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund wegen des Verdachts der Untreue.

Gerichte haben viel zu tun

Vor dem Landgericht Dortmund überziehen sich Wiese und die Chinesen gegenseitig mit Millionenklagen. Diese Prozesse stehen noch aus.

Wesentlich mehr zu tun hat das Dortmunder Arbeitsgericht. Hier klagen ehemalige Leiharbeiter noch ausstehende Gehälter erfolgreich ein. Umgekehrt wehren sich die Töchter von Thomas Wiese mit Klagen gegen ihre Kündigungen beim Aluminiumwerk.

Stand: 18.07.2019, 10:32