Rund 600 Beschäftigte streiken in Dortmund und Duisburg

Demo Amazon und Tedi 00:45 Min. Verfügbar bis 17.04.2020

Rund 600 Beschäftigte streiken in Dortmund und Duisburg

  • Mitarbeiter von tariflosen Unternehmen streiken
  • Kundgebungen in Dortmund und Duisburg
  • Gewerkschaft fordert bessere Bezahlung

In Dortmund und Duisburg sind am Mittwoch (17.04.2019) laut Verdi rund 600 Beschäftigte tarifloser Unternehmen auf die Straße gegangen. Vor der ersten Verhandlungsrunde im Einzelhandel in NRW fordern sie, dass ihre Unternehmen die Tarifverträge des Einzelhandels unterzeichnen.

Amazon-Beschäftigte streiken seit Montag

Mitten im Ostergeschäft hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten von Amazon, OBI, Douglas, dem Tedi-Lager, Smyths Toys sowie Porta Möbel Logistik dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Bereits seit der Nacht auf Montag (15.04.2019) streiken Amazon-Beschäftigte in Werne. Am Dienstagmorgen (16.04.2019) hatten sich auch Mitarbeiter des Dortmunder Tedi-Zentrallagers angeschlossen. Bei Tedi soll der Streik am Mittwoch (17.04.2019) enden, wogegen er bei Amazon noch bis Donnerstag (18.04.2019) dauern soll.

Verdi fordert bessere Bezahlung

Seit Jahren fordert Verdi eine Bezahlung der Amazon-Beschäftigten nach den Tarifen des Einzelhandels. Der Onlinehändler lehnt eine Bezahlung danach bislang aber ab und betont immer wieder, in seinen Logistikzentren werde am oberen Ende dessen gezahlt, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei.

Bisher haben weder Amazon noch Tedi einen Tarifvertrag. Amazon orientiert sich an der Logistikbranche, Tedi zahlt laut Gewerkschaft Verdi sogar noch schlechter.

"Die Beschäftigten geben nicht auf", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger zu der neuen Streikrunde. "Sie treten auch weiterhin ein für ihr Recht auf einen Tarifvertrag." Tarifverträge seien ein "Zeichen für Respekt und Anerkennung der Arbeit".

Verdi-Verhandlungsführerin für den Handel, Silke Zimmer, sieht in dem Arbeitskampf ein mutiges Signal: "Die streikenden Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben ohne Tarifvertrag erhalten weniger Entgelt als die Beschäftigten für die ein Tarifvertrag gilt. Sie wollen aber keine Beschäftigten zweiter Klasse sein. Sie fordern die Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels NRW."

Stand: 17.04.2019, 14:46

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 MR.XXXX 17.04.2019, 14:53 Uhr

    Guten Tag , ich selber habe bei amazon gearbeit leider muss ich sagen du brachst nerven wie stahl druck von der geschäffsleitung ohne ende in einer schicht musst du 900 kunden aufräge schaffen sonst wird lohn gekürtz wen du auf wc gehst musst du aus buchen mit pause ich bin dafür das amazon sich an Arbeitsschutzgestze der BRD und an Tarifvertäge haten soll und nicht bebesteuerung von Luxenburg Liebe EX Kollengen Bitte streikt weiter so lage wei es geht aber mitte alle lager und kundenservie

  • 6 Max Otto 17.04.2019, 11:57 Uhr

    Amazon sammelt fast alle Fehlentwicklungen ein aber einen Boykott kann man nicht steigern. Die Erosion der Löhne auf breiter Front ist ja nur ein Thema. Anders gelagert war die Agenda; trotzdem boykottiere ich seit dem die etablierten Parteien und wähle die sogenannten Populisten. Amazon (und andere) nutzen den deregulierten Arbeitsmarkt; ein wirksamer Streik ist schon gar nicht mehr möglich. Die Berichterstattung ist hier neutral; wäre der Streik wirksam, würden öffentlich rechtliche Medien massiv gegen den Streik Stimmung machen, wie am Beispiel Lokführer gesehen hat. Den WDR boykottiere ich nicht; ich weiß ja inzwischen, wo wie manipuliert wird. Amazon nutzt(e) völlig legal EU-Steuerdumping; ein wichtiger Grund, warum ich für die Auflösung der EU bin und entsprechen im Mai wähle. Wegen dem Umgang mit Daten boykottiere ich so gut wie alle US-Internetunternehmen wie Twitter, Facebook und Co, also auch Amazon. Man kann ja mal dazu auf „Datenschutz“ unten auf der Seite klicken.

  • 5 Heinzb aus nrw 17.04.2019, 10:48 Uhr

    Von Amazon habe ich mich verabschiedet, denn deren durchgeführte Kundenauswahl , wie in meinem Fall , geht gar nicht . Denn so gesehen missbraucht Amazon ihre Monopolstellung , mir wurde gesagt , ich könnte nicht bestellen , warum nicht , wurde nicht gesagt , liefert AMAZON nicht an J .... ? Für mich ist der Laden gestorben .

  • 4 Dirk K. 17.04.2019, 10:03 Uhr

    Nach der Stilllegung des Steinkohlebergbaus hat die vergangene rotgrüne Landesregierung versäumt neue menschenwürdige Arbeitsplätze zu schaffen. Opel Bochum wurde zudem auch noch dicht gemacht. Jetzt endlich werden in Düren und Aachen wieder Autos gebaut und Zulieferfirmen profitieren ebenfalls davon. SPD Kraft, Jäger, Kutschaty und Co. haben dagegen seinerzeit wohl gepennt. Mögen sie weiter schlafen zum Wohl für NRW.

  • 3 Peter 16.04.2019, 19:08 Uhr

    Da gebe ich allen recht Amazon soll mal richtig zahlen.War selber 8 Jahre bei amazon

  • 2 Annonymos 16.04.2019, 17:11 Uhr

    Warum werden die nicht richtig besteuert machen Innenstäde kaputt machen den kleinen das Geschaeft kaputt die Arbetslosen kann die Allgemeinheit bezahlen.Entweder richtig Steuern bezahlen oder laden dicht machen

  • 1 Jupp 16.04.2019, 10:12 Uhr

    Vollkommen korrekt der Streik. Hier sollt auch mal Unterstützung von der Politik für die Mitarbeiter von amazon kommen. Notfalls mit finanzpolitischem Druck. Amazon fährt satte Gewinne ein. Warum wird nicht eine zusätzliche Gewinnbesteuerung eingeführt, welche dann als Steuersenkung an niedrige Einkommen weiter gegeben wird?

    Antworten (2)
    • Heinz 16.04.2019, 14:44 Uhr

      Jupp, bin einverstanden.

    • Helge 16.04.2019, 18:02 Uhr

      Kann ich auch nur unterstützen!!!