Duisburg: Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer

Duisburg: Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer

  • Homosexuelle Männer wurden in NS-Zeit verfolgt
  • Ehrenamtler will an Opfer erinnern
  • Homosexualität war bis 1969 strafbar

Auf Duisburger Straßen liegen ab Mittwoch (12.09.2018) vier Stolpersteine für in Zeiten des Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle. Nach Angaben des Initiatoren Jürgen Wenke ist es das erste Mal, dass an einem Tag gleich vier der mit einer gravierten Messingplatte versehenen Gedenksteine in den Boden gelassen werden.

Die Steine sollen an Duisburger Männer erinnern, die aufgrund ihrer Homosexualität von der Gestapo verfolgt wurden. Paul Friedrich (Wanheim-Angerhausen), Alfred Ledermann (Bissingheim) und August Zgolerski (Altstadt) wurden nach den Recherchen Wenkes in Konzentrationslagern ermordet. Ein weiterer Gedenkstein soll Walter Braumann gelten, der die NS-Zeit zwar überlebte, später aber keine Entschädigung erhielt.

"Homosexuelle wurden nicht gewürdigt"

Initiator Jürgen Wenke setzt sich ehrenamtlich für das Gedenken an homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus ein. Als er 2006 mit seiner Forschung begonnen hat, habe es im Ruhrgebiet zwar viele Stolpersteine gegeben, "aber Homosexuelle wurden nicht gewürdigt", erklärt er seine Motivation.

Homosexualität war bei Männern nicht nur in der NS-Zeit strafbar und wurde mit Verhören, Folter, Zuchthaus und KZ-Deportationen geahndet. Der Paragraf 175 bestand auch in der BRD über mehr als 20 Jahre weiter und wurde erst 1969 abgeschafft.

Stand: 12.09.2018, 11:34