Steag-Kraftwerk in Lünen erfolgreich gesprengt

Steag-Kraftwerk in Lünen erfolgreich gesprengt

In Lünen im Kreis Unna fand am Sonntag die bisher größte Gebäudesprengung des Jahres statt. Insgesamt drei Bauwerke des stillgelegten Kohlekraftwerks von Steag wurden dem Erdboden gleichgemacht.

In Lünen wurde heute ein Stück Geschichte platt gemacht. Ab 10.30 Uhr wurden drei Gebäude des alten Steinkohle-Kraftwerks gesprengt.

Die besten Bilder der Kraftwerks-Sprengung in Lünen

Mit drei Sprengungen verschwand am Sonntag ein Stück Ruhrgebietsgeschichte. Genau wie geplant, fielen Schornstein, Kühlturm und Kesselhaus des früheren Steag-Kraftwerks.

Bei der ersten von zwei Sprengungen fällt der 250 Meter hohe Schornstein des ehemaligen Steag Kraftwerks in sich zusammen.

Hier verschwindet ein Stück Geschichte.

Hier verschwindet ein Stück Geschichte.

Zuerst fiel der 250 Meter hohe Schornstein.

Alles verlief nach Plan.

Dann folgte das Kesselhaus.

Auch hier waren die Sprengmeister zufrieden.

Zurück blieb eine Staubwolke.

Als letztes war der Kühlturm dran.

Insgesamt hatte die Abbruchfirma Hagedorn 2.100 Bohrungen angebracht...

... gefüllt mit 420 Kilo Sprengstoff.

Die Sprengung war per Livestream im Internet zu sehen.

So sollten Menschenansammlungen vermieden werden.

Der rund 80 Jahre alte Stromerzeuger war 2018 stillgelegt worden.

Auf dem Industrieareal sollen neue Unternehmen angesiedelt werden.

Die Aufräumarbeiten werden aber noch eine Weile dauern.

Die letzte Morgendämmerung des Kraftwerks.

120 Helfer des THW Lünen sicherten die Absperrungen.

Dieses Twitter-Video zeigt den Moment eindrucksvoll, in dem der 250 Meter hohe Schornstein fällt - das erste Gebäudeteil.

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Die Sprengung erfolgte in einer sogenannten Faltung. Dabei fielen wie vorgesehen der gemauerte obere Teil nach Westen, der untere Teil nach Osten in sich zusammen.

Kraftwerks-Sprengung in Lünen erfolgreich - 420 Kilo Dynamit im Einsatz

Kurz danach fielen Kühlturm und Kesselhaus des früheren Steag-Kraftwerks. Auch hier verlief nach Angaben der Abbruchfirma Hagedorn alles nach Plan. Die Abbruchfirma hatte insgesamt 2.100 Bohrungen angebracht und mit 420 Kilo Sprengstoff gefüllt.

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Der Kühlturm - von oben betrachtet - fällt in sich zusammen

Aus der Drohnenperspektive: Der Kühlturm explodiert

Schon am frühen Morgen war das Gelände evakuiert und weiträumig für den Verkehr gesperrt worden. 26 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war den ganzen Vormittag in der Stadt unterwegs, um Trauben von Schaulustigen oder Hobbyfotografen zu verhindern. 120 Helfer des THW Lünen waren im Einsatz.

Sprengung verlief planmäßig

Geplant war: Der 110 Meter hohe Kühlturm sollte in sich zusammensacken, das Kesselhaus einfach zur Seite kippen. Nur der 250 Meter hohe Schornstein sollte nicht in einem Stück fallen, sondern zunächst auf etwa 140 Meter Höhe gekappt werden, fast zeitgleich sollte der Sockel gesprengt werden. Das sollte verhindern, dass die Steine weit umherfliegen.

Die Sprengung des Schornsteins lief "tipptopp". Sprengmeister André Schewcow verkündete stolz: "Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Denn alle Sprengungen verliefen planmäßig und die Gebäude lagen schon nach wenigen Sekunden so, wie sie sollten."

180.000 Tonnen Bauschutt

Allein für die Reste des Schornsteins werden die Mitarbeiter zwei Tage brauchen, sie zu räumen. Bis dann die komplette Fläche von den Trümmern befreit ist, wird es voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern. Dabei kommen über 40 Großbagger und Maschinen zum Einsatz, darunter nach Angaben der Baufirma auch der größte Abbruchbagger Deutschlands. 100 Prozent des Bauschutts und Schrotts werden recycled und dieser noch vor Ort wiederverwendet.

Sprengung war per Livestream zu sehen

Ein Schild mit einem "Zutritt verboten" Symbol ist an einem Zauntor vor dem Kühlturm des Steag-Kraftwerk befestigt.

Der Kühlturm des Kraftwerks in Lünen ist 110 Meter hoch.

Die Sprengung in Lünen wurde von der Abbruchfirma Hagedorn im Livestream übertragen. Moderiert wurde der Stream wurde von Comedian Matze Knop. Und wir vom WDR waren natürlich auch dabei.

Stand: 28.03.2021, 20:57