Studie: Ruhrgebiet baut Start-up-Szene aus

Luftaufnahme Bebauung rund um den Phoenixsee, Dortmund

Studie: Ruhrgebiet baut Start-up-Szene aus

  • Ruhrgebiet ist spät auf Start-up-Zug gesprungen
  • Universitäten bieten klare Vorteile im Revier
  • Viele Gründer noch in der Anfangsphase

Das Ruhrgebiet wird zunehmend zu einem Zentrum für die Gründung von Start-ups in Deutschland. Die Region profitiert dabei von der dichten Hochschul-Landschaft im Revier, wie eine Studie des Bundesverbands Deutsche Start-ups, der Beratungsgesellschaft PwC und der Universität Duisburg-Essen ergeben hat.

Unis bauen Förderung aus

"Alle Universitäten im Ruhrgebiet haben ihre Aktivitäten zur Förderung der Start-up-Kultur massiv ausgebaut", sagte Lutz Granderath, Standortleiter von PwC in Essen. Vor allem die Gesundheitswirtschaft sei bei den Unternehmensgründungen stark vertreten.

Durch die Vielzahl an Universitäten und die Größe des Ballungsraums könnten neue Unternehmen im Ruhrgebiet vergleichsweise leicht qualifizierte Mitarbeiter finden.

Pluspunkte für den "Pott"

Die Umfrage für den 7. Deutschen Start-up-Monitor ergab Pluspunkte für das Ruhrgebiet als Standort:

  • 44 Prozent der Befragten hätten die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal im Ruhrgebiet als gut bezeichnet. Das seien fünf Prozentpunkte mehr als im bundesweiten Durchschnitt.
  • 60 Prozent hielten die Verfügbarkeit von Büroimmobilien für gut. Bundesweit liege der Wert nur bei 36 Prozent.

Viele Gründer noch in der Anfangsphase

Allerdings sei das Ruhrgebiet "erst später auf den Start-up-Zug aufgesprungen als andere Regionen Deutschlands", sagt Granderath. Das zeigt sich auch daran:

  • Ein Drittel der Start-ups steckt noch in der Anfangsphase. Bundesweit sei es nur ein Viertel.
  • Im aktuellen Geschäftsjahr erwirtschafteten die Revier-Start-ups im Schnitt 700.000 Euro, bundesweit seien es 2 Millionen.
  • Sie beschäftigten im Schnitt 11 Mitarbeiter, bundesweit seien es durchschnittlich 16 Mitarbeiter.

Auswirkungen von Corona unklar

Die Finanzierung unterschiede sich ebenfalls vom Bundesdurchschnitt: Nur 45 Prozent der Revier-Gründer hätten sich Geld von einer Bank geliehen. Bundesweit liegt dieser Anteil mit 55 Prozent deutlich höher.

Die Start-ups finanzieren sich stattdessen vor allem über eigene Ersparnisse (83 Prozent) und staatliche Fördermittel (38 Prozent). Ein Viertel erhalte Geld von Freunden und Familie.

Wie sich die Pandemie auf die Gründerszene im Ruhrgebiet und überall in Deutschland auswirke, lasse sich momentan noch kaum abschätzen, sagte Granderath. In einer Krise komme es aber auf Innovationskraft und kreative technologische Lösungen an. "Und das ist eine klare Stärke der Start-ups."

Corona: Überlebt das meine Firma? die story 01.04.2020 43:54 Min. UT Verfügbar bis 01.04.2021 WDR Von Stefanie Vollmann, Madelaine Meier, Jörg Laaks, Sara Wendhack

Stand: 03.05.2020, 07:36