Kommunen wollen sich besser auf Starkregen vorbereiten

Ein Mann steht vor einem Auto auf der überschwemmten Chemnitzer Straße in Dortmund.

Kommunen wollen sich besser auf Starkregen vorbereiten

Von Daniel Chur

  • Experten sprechen in Gelsenkirchen über Umgang mit Starkregen
  • Kommunen planen Wassermassen stärker ein
  • Privatleute können auch aktiv werden

In Gelsenkirchen sprechen am Mittwoch (11.09.2019) Experten von Kommunen und aus der Wissenschaft über den Umgang mit Starkregen. Eine wichtige Botschaft: Sowohl Kommunen als auch Privatleute sind gefordert, mehr zu tun gegen die Folgen von plötzlichen Regenmassen.

Wann führt Starkregen zu Problemen?

Unwetter mit Starkregen haben in den letzten Jahren auch in NRW immer wieder zu größeren Problemen geführt. In Münster etwa ertranken 2014 zwei Menschen in den Wassermassen. 2018 standen große Teile von Wuppertal und dem Bergischen Land unter Wasser, nachdem dort plötzlicher Starkregen einsetzte.

das Auto steht im Wasser unter der Brücke

Der Starkregen in Münster hatte verheerende Folgen

Das Problem sind zu viele versiegelte Flächen in den Städten, wie Parkplätze oder Fußgängerzonen. Dort haben größere Mengen Wasser kaum Chancen, schnell abzufließen. Die Folge: Überflutete Straßen, voll gelaufene Keller oder Kanalisationen, die die Flut nicht bewältigen können.

Was können Kommunen tun?

Das Institut für Unterirdische Infrastruktur in Gelsenkirchen, wo auch der Kongress stattfindet, forscht schon länger zu dem Problem. Dort werden auch Schulungen für Kommunen angeboten, denn immer mehr Städte und Gemeinden haben eigene Starkregen-Beauftragte. Die kümmern sich um entsprechende Maßnahmen vor Ort.

"Je lokaler der Starkregen, desto gefährlicher wird er"

WDR 5 Morgenecho - Interview 11.09.2019 03:55 Min. Verfügbar bis 09.09.2020 WDR 5

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So schaffen viele Kommunen bereits effektivere Kanalisationen und mehr Flächen zum Versickern. Das können zum Beispiel Spielplätze sein - oder sogar Parkplätze mit speziellen Steinen, die Wasser schnell versickern lassen.

Ein weiteres, sehr simples Beispiel: Absenkungen in Straßen könnten bewusst hin zu Freiflächen und abgewandt von Wohnhäusern gebaut werden. So würde das Wasser nicht auf Grundstücke fließen, sondern auf Versickerungsflächen.

Was können Privatleute tun?

Durch ein Fenster strömen Wasserfluten in den Keller

Keller laufen bei Starkregen oft innerhalb von Minuten voll

Hauseigentümer können sich Rat bei den bereits erwähnten Starkregen-Experten in den Kommunen holen - solche gibt es zum Beispiel schon länger in Herten oder Solingen. Oft kommen diese für eine Vor-Ort-Begehung sogar nach Hause.

Konkret können an Häusern Einfassungen, Wälle oder Schwellen helfen. Vor allem gegen das Volllaufen von Kellern sind erhöhte Lichtschachtoberkanten und wasserdichte Kellerfensterklappen wirksam. Wo es möglich ist, sollten auf Grundstücken Mulden geschaffen werden, in die das Wasser ablaufen kann.

5 Jahre nach dem Großen Regen in Münster Lokalzeit Münsterland 26.07.2019 03:15 Min. Verfügbar bis 26.07.2020 WDR

Stand: 11.09.2019, 11:55

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Stefan Fischler 11.09.2019, 17:55 Uhr

    Die Qualität des Videos ist echt schlecht.