Prozess geplatzt: Dortmunder Moderator Stalking-Opfer

Uwe Kisker

Prozess geplatzt: Dortmunder Moderator Stalking-Opfer

  • Enttäuschte Liebe führte zu Stalking
  • Opfer leiden unter Schlafstörungen, Bluthochdruck und Nervosität
  • Stalking-Gesetz bisher nutzlos

Der Dortmunder Moderator Uwe Kisker wird seit 30 Jahren von einem Mann gestalkt. Mehrmals wurde der Recklinghäuser Stalker bereits verurteilt, zuletzt zu drei Monaten Haft auf Bewährung. Dagegen hatten er und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.

Am Mittwochvormittag (04.12.2019) wurde sie aber von beiden Parteien bei der Verhandlung vor dem Dortmunder Landgericht zurückgezogen. Es bleibt also bei der Bewährung. Das Stalking-Opfer ist sehr enttäuscht darüber.

Ständig klingelt das Telefon

Tausende Telefonanrufe, Briefe, Mails, Drohungen das Haus anzuzünden, seit 30 Jahren müssen Uwe Kisker und seine Frau – die nicht in die Öffentlichkeit will – das ertragen. Ihr Peiniger hatte sich in Kiskers Ehefrau verliebt und wollte die Ablehnung nicht akzeptieren.

Mehrfach verurteilt, keine Besserung

Die Opfer haben gesundheitliche Probleme: Nervosität, Angststörungen, Schlaflosigkeit. Zwar ist der Stalker bereits mehrfach zu Bewährungsstrafen verurteilt worden, doch es geht immer weiter. In einem Prozess im Jahr 2017 hatte der Recklinghäuser versprochen aufzuhören. Doch Uwe Kisker beteuert, dass die Belästigungen weitergehen. Erst vor kurzem hat er erneut Strafanzeige gestellt.

Stalking-Gesetz greift bisher nicht

Zuletzt war der Recklinghäuser wegen Körperverletzung zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. 2017 ist ein Gesetz in Kraft getreten, das die Opfer von Stalking-Attacken besser schützt. So müssen sie zum Beispiel nicht mehr umziehen, bevor ein Stalker verurteilt werden kann. Die Tat im Fall Uwe Kisker war allerdings schon 2014, deshalb durfte das neue Gesetz nicht angewendet werden.

Stand: 04.12.2019, 10:49