Stadtwerke fordern strengere Auflagen für Innogy-Übernahme

Stadtwerke fordern strengere Auflagen für Innogy-Übernahme

  • Stadtwerke befürchten "Kampfpreise"
  • Versorger wenden sich an EU-Kommisson
  • Weitere Auflagen gefordert

Mehrere Stadtwerke und Regionalversorger haben die EU-Kommission aufgefordert, die Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch den Essener Energieriesen Eon zu untersagen. Zumindest müssten die Wettbewerbshüter Eon strenge Auflagen machen, heißt es in einem am Montag (26.08.2019) veröffentlichten Appell.

"Kampfpreise" befürchtet

Johannes Teyssen

Die Regionalversorger befürchten, dass Eon nach der Innogy-Übernahme "Kampfpreise anbieten, kleinere Konkurrenten verdrängen und so den Markt verschließen" könnte. Eon-Chef Johannes Teyssen hatte solche Bedenken wiederholt zurückgewiesen. Der Wettbewerb sei "in keiner Weise gefährdet". Jeder Verbraucher könne unter rund 100 Anbietern auswählen. Dennoch haben sich Regionalversorger wie die Aachener Stawag, die Leipziger Stadtwerke oder Mainova aus Frankfurt an Brüssel gewandt.

Sie verlangen unter anderem, dass Eon die Energie-Discountmarke "E - wie einfach" und "E-primo" verkaufen und sich von allen Beteiligungen an Stadtwerken trennen muss. Bei den Strom- und Gasnetzen dürfe Eon auf keiner Ebene mehr als ein Drittel des jeweiligen Gesamtmarktes erreichen.

Ergebnis im September erwartet

Die EU-Kommission prüft derzeit die von Eon und RWE geplante Neuaufteilung ihrer Geschäftsfelder. RWE soll die komplette Ökostromerzeugung von Innogy und Eon erhalten. Den RWE betreffenden Teil der Vereinbarung hat die Wettbewerbsbehörde bereits genehmigt.

Im Gegenzug will Eon das Netz- und Vertriebsgeschäft der RWE-Tochter Innogy übernehmen. Das Ergebnis der Prüfungen durch die EU-Kommission erwartet Eon im September.

Bilanz E.on mit Übernahmeplan Innogy WDR aktuell 13.03.2019 00:30 Min. Verfügbar bis 13.03.2020 WDR

Stand: 26.08.2019, 15:10