Nach Bulldoggenbiss: Stadt Gladbeck klagt nicht weiter

Das OVG Münster

Nach Bulldoggenbiss: Stadt Gladbeck klagt nicht weiter

Eine Bulldogge, die ein Kind schwer am Bein verletzt hatte, darf beim Halter bleiben. Die Stadt wollte das verhindern und hatte vor Gericht Beschwerde eingelegt.

Es ist ein Vorfall, der viele Gladbecker bewegt hat: Im Mai 2020 fällt eine Bulldogge eine Familie an. Das damals 15 Monate alte Mädchen erleidet schwere Verletzungen. Der kleine Chihuahua der Familie stirbt, nachdem er sich - so die Mutter des Kindes - schützend vor das Mädchen geworfen hat.

Die Stadt hatte die Bulldogge danach dem Halter entzogen. Der klagte und bekam Recht. Der Hund kam nach fast einem Jahr im Tierheim zurück zu ihm. Eigentlich wollte die Stadt Gladbeck gegen das Urteil vorgehen - jetzt zieht sie die Beschwerde zurück - weil es, laut OVG Münster, keine Aussicht auf Erfolg gibt.

Hund darf nur unter Auflagen gehalten werden

Für den Halter gelten aber Auflagen: Der Hund muss einen Maulkorb tragen und mit zwei Leinen gesichert werden. "Der Garten ist zusätzlich mit 1,5 Meter hohen Zäunen zu sichern, so dass der Hund nicht entlaufen kann. Der Besuch einer Hundeschule zur Abgewöhnung bestimmter Verhaltensweisen wurde ebenfalls angeordnet", so die Stadt.

Familie ist enttäuscht

Die Mutter des Mädchens fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. Seit dem Angriff sei ihre Tochter sehr ängstlich, klammere sich bei lauten Geräuschen sofort an sie. Die Familie ist aus der Siedlung weggezogen. Die Stadt beteuert, dass sie immer wieder kontrollieren, aber den Mann und seinen Hund nicht dauerhaft überwachen können.

Gesetz zur Bekämpfung gefährlicher Hunde (12.04.2001)

WDR ZeitZeichen 12.04.2021 14:41 Min. Verfügbar bis 13.04.2099 WDR 5


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Stand: 22.10.2021, 14:55