NRW-Landesregierung verbietet Dortmund und Duisburg Schulschließungen

NRW-Landesregierung verbietet Dortmund und Duisburg Schulschließungen

Dortmund und Duisburg dürfen trotz steigender Infektionszahlen und vorläufigen Impfstopps für Astrazeneca die Schulen nicht ab Mittwoch schließen. Das sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag.

Schulschließungen bei einer Inzidenz unter 100 seien nicht vorstellbar, so der Gesundheitsminister. Wenn einer Stadt wie Dortmund mit einer Inzidenz von 72 nichts Weiteres einfalle, als den Schulbetrieb wieder einzustellen, dann werde dieser Antrag selbstverständlich noch heute abgelehnt. Stand jetzt, so der Gesundheitsminister, seien die Schulen in Dortmund am Mittwoch (17.03.2021) wie geplant offen. Gleiches gelte für die Schulen in Duisburg.

Stadt kündigt weitere Handlungspläne an

In einer Stellungnahme zeigte sich die Stadt Dortmund am Dienstag von der Notwendigkeit der Maßnahme weiterhin überzeugt: "Die Stadt Dortmund hat dem NRW-Gesundheitsministerium heute mitgeteilt, dass sie beabsichtigt die Schulen wieder zu schließen. Leider habe der Gesundheitsminister in einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass sein Ministerium diese Schließung ablehnen wird.

Genauere Details zur Begründung liegen der Stadt zwar noch nicht vor, aber es findet morgen in Dortmund auf Anordnung des Landes wieder Präsenzunterricht statt. Die Stadt Dortmund hält eine Schließung der Schulen aufgrund der aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens aber weiterhin für notwendig und wird gegenüber dem Land in den nächsten Tagen weitere Handlungspläne vorlegen."

Oberbürgermeister Thomas Westphal kündigte mittlerweile an, erneut eine Schließung der Schulen bei der Landesregierung zu beantragen - nun ab Montag.

Pressekonferenz mit Laumann und Laschet zur Impf-Situation und aktuellen Corona-Lage WDR aktuell 16.03.2021 24:54 Min. Verfügbar bis 16.03.2022 WDR

Enttäuschung beim Duisburger OB

Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link zeigt sich enttäuscht über die Haltung der Landesregierung. "In Anbetracht der weiter steigenden Inzidenz wäre es absolut sinnvoll, die Schulen zum Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Familien, aber auch der Lehrkräfte wieder zu schließen und auf Distanzunterricht umzustellen", meinte er. Ihm sei "vollkommen unverständlich, dass das Land diesen Plänen einen Riegel vorschiebt".

Unterstützung bekamen die beiden Ruhrgebietsstädte auch vom Bochumer Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Er sehe die Haltung der Landesregierung mit Sorge, sagte der Lokalpolitiker. "Nachgewiesene Infektionen an 29 Bochumer Schulen sind mehr als ein Alarmzeichen."

Der Hagener Oberbürgermeister Erik Schulz hat die Schulöffnungen ebenfalls scharf kritisiert. Er fordert die Landesregierung auf, den Schulbetrieb bis Ostern vorerst einzustellen. Das NRW-Schulministerium betonte dagegen auf Anfrage, die Landes-Entscheidung sei "im Interesse des Gesundheitsschutzes und zugleich im Interesse der Bildungsgerechtigkeit sehr verantwortungsvoll".

Auch die Landesschülervertretung hat am Mittwoch eine Schließung der Schulen befürwortet. Sie fordert das Schulministerium auf, sich "an Empfehlungen der Wissenschaft zu halten". In Kommunen mit verschiedenen Infektionszahlen müsse über Schulöffnungen auch dezentral entschieden werden. Es könne nicht sein, dass die Regierung "mit Gewalt" Schulöffnungen durchsetze. Kurzsichtigkeit könne zu einem weiteren harten Lockdown führen.

Erste Schulen boykottieren Vorgaben aus Düsseldorf

Das Schulministerium hatte vorgegeben, dass alle Schüler bis zum 26. März vor den Osterferien zumindest tageweise wieder in die Klassenräume zurückkehren - im Wechselmodus und in geteilter Klassenstärke. Den Anfang hatten Grundschüler und Abschlussklassen Mitte Februar gemacht. Am Montag folgten neu auch Jahrgänge der Klassen fünf bis zehn. Erste Schulen boykottieren aber nach einem Medienbericht bereits die Vorgabe aus Düsseldorf. Die "Rheinische Post" berichtete über ein Berufskolleg, das in Wipperfürth (Oberbergischer Kreis) und in Wermelskirchen (Rheinisch-Bergischer Kreis) für die Jahrgangsstufen fünf bis zehn beim Online-Modus bleibt.

Stand: 17.03.2021, 18:10