Essener Oberarzt: Anklage wegen Totschlags

Ein beatmeter Patient liegt auf einem Krankenbett auf der Covid-19-Intensivstation im SRH Waldklinikum.

Essener Oberarzt: Anklage wegen Totschlags

Die Staatsanwaltschaft in Essen hat Anklage gegen einen ehemaligen Oberarzt der Uniklinik Essen erhoben. Sie wirft ihm Totschlag in drei Fällen vor.

Der 45-jährige Oberarzt soll drei Patienten Medikamente gespritzt haben, die zu deren vorzeitigem Tod führten. Die Patienten waren laut Staatsanwaltschaft schwerst an Covid-19 erkrankt und kamen aus Essen, Gelsenkirchen und den Niederlanden. Sie hatten auf der Intensivstation der Essener Uniklinik gelegen und waren nicht mehr ansprechbar.

Krankheitszustand der Patienten zentraler Aspekt

Laut Uniklinik lagen die Patienten bereits im Sterben, als der Arzt ihnen die tödlichen Medikamente verabreichte. In ersten Vernehmungen bei der Polizei soll er zu einem Fall gesagt haben, dass er das weitere Leiden seines Patienten habe beenden wollen.

In welchem Krankheitszustand sich die Patienten befanden und ob eine Grenze überschritten wurde, werden wohl die zentralen Fragen im Prozess sein. Die Ermittlungen dazu laufen noch. Wenn die Patienten noch nicht im Sterben lagen, habe der Arzt klar gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Ermittlungen nach weiteren Opfern laufen

Der beschuldigte Arzt sitzt seit November in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft prüft aktuell, ob es weitere Fälle gibt, die mit dem Mediziner in Zusammenhang stehen könnten.

Skandal am Universitätsklinikum Essen: Wenn Helfer zu Tätern werden Hier und heute 23.11.2020 12:24 Min. Verfügbar bis 23.11.2021 WDR

Stand: 21.04.2021, 16:59