Ruhrgebiet: Spuckattacken nehmen zu

Ruhrgebiet: Spuckattacken nehmen zu

  • Spuckattacken: Angst vor Ansteckung
  • Passanten und Polizisten angespruckt
  • Manche Täter rufen "Corona"

In den vergangenen Wochen haben im Ruhrgebiet Spuckattacken zugenommen. In Essen beispielsweise wurde eine studentische Mitarbeiterin des WDR am Hauptbahnhof angespuckt. Die junge Frau berichtet, dass sie gerade in den Bus einsteigen wollte, als ihr ein Mann sehr nah gekommen sei: "Da war nichts mit anderthalb Metern Abstand".

"Danach war ich völlig aufgelöst"

Er habe sie nach Kleingeld gefragt - als sie verneinte, habe er sie unvermittelt angespuckt. Dann sei alles "sehr schnell" gegangen: Der Mann sei geflohen, als sie mit ihrem Handy die Polizei gerufen habe, sie habe aber noch schnell ein Foto machen können. "Mein Körper hat einfach reagiert. Danach war ich dann völlig aufgelöst und habe geweint", erzählt die Studentin. Sie befindet sich jetzt präventiv in Quarantäne, das haben sowohl das Gesundheitsamt als auch der WDR-Betriebsarzt empfohlen.

Spuckattacken auch in Bochum und Herne

Auch in Bochum gab es bereits eine Spuckattacke: In einem Supermarkt hat ein Kunde laut Polizei einen Mitarbeiter angespuckt, nachdem dieser ihn auf den fehlenden Mund-Nase-Schutz angesprochen hatte. Der Kunde sei daraufhin sogar noch ausfallend geworden und habe nur mit mehreren Mitarbeitern beruhigt werden können, berichtet die Polizei.

In Herne, so berichtet die Polizei, wurde eine Beamtin während einer Verkehrskontrolle von einer Beifahrerin angespuckt. Die Frau wurde daraufhin in Gewahrsam genommen. Weil sie beim Spucken gerufen hatte, dass sie Corona habe, wurde außerdem ein Covid19-Schnelltest veranlasst, der laut Polizei aber negativ ausgefallen ist.

Stand: 15.05.2020, 17:46