Sprengung des ersten Weißen Riesen wird vorbereitet

Ein Sprengmeister führt Sprengkabel in eine Mauer

Sprengung des ersten Weißen Riesen wird vorbereitet

  • 70er-Jahre-Hochhaus wird gesprengt
  • 290 Kilogramm Sprengstoff in Wänden platziert
  • Hinweise für Anwohner und interessierte Zuschauer

Nur acht bis zehn Sekunden soll sie dauern, die Sprengung des ersten Weißen Riesen im Duisburger Stadtteil Hochheide. Wenn Sprengmeister Martin Hopfe am Sonntag (24.03.2019) um 12 Uhr den Auslöser drückt, soll das 60-Meter-Wohnhochhaus wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Aus 20 Stockwerken werden dann 48.000 Tonnen Schutt und Asche.

290 Kilogramm Sprengstoff

Die Vorarbeiten für das Sekunden-Spektakel haben Monate gedauert. 1.450 Löcher haben die Experten in Fundament und Wände gebohrt, um sie anschließend mit insgesamt 290 Kilogramm Sprengstoff zu befüllen. Auch die kilometerlangen Kabel liegen schon bereit. Sie sollen am Sonntag den entscheidenden Impuls zur Detonation an den Sprengstoff leiten.

Da das Hochhaus in einem Wohngebiet liegt, muss das Sprengteam die Fallrichtung besonders genau kalkulieren. Den Weißen Riesen wollen die Experten mit einer Sprengfaltung zu Fall bringen. Die vier einzelnen Gebäudeteile sollen jeweils versetzt nach vorne und hinten wegklappen. Diesen Effekt wollen die Experten erreichen, indem sie die einzelnen Sprengladungen leicht zeitversetzt zur Detonation bringen.

Rollläden schließen und Fahrzeuge in Sicherheit bringen

Der Weiße Riese als Zeichnung

Laut Plan sollen die vier Gebäudeteile bei der Sprengung seitlich wegfallen.

Die Evakuierungszone wird bis Sonntagmorgen, 8 Uhr, komplett geräumt. In der etwas weiteren Sicherheitszone dürfen sich dann keine Menschen mehr im Freien aufhalten. Die Stadt rät Anwohnern zu Vorsichtsmaßnahmen. Sie sollten Fenster und Rollläden schließen, Fahrzeuge in Garagen unterstellen und Gartenteiche schützen. "Um etwaige Haftungsansprüche geltend machen zu können", sagt die Stadt Duisburg, "sind Anwohner verpflichtet, vorbeugende Maßnahmen zu treffen."

Die ersten Halteverbotszonen wurden am Donnerstag (21.03.2019) eingerichtet. Sprengmeister und Feuerwehr haben dann genug Platz für ihre Vorkehrungen. "Da wo ein Halteverbot angeordnet ist, werden wir es natürlich auch durchsetzen. Allerdings habe ich die Einsatzkräfte angewiesen zu versuchen, erstmal den Halter zu ermitteln. Aber wenn wir keinen erreichen, wird natürlich abgeschleppt", sagt Frank van Staa vom Duisburger Ordnungsamt.

Eine Karte des rot umrandeten Evakuierungsgebiets des Weißen Riesen

Der nahe Bereich des Evakuierungsplans ist rot umrandet.

Außerdem weist die Stadt darauf hin, dass es für Zuschauer keine Sicht auf die Sprengung geben wird. Sie rät davon ab, extra für das Ereignis nach Duisburg zu kommen. Der WDR überträgt die Sprengung ab 11 Uhr im Livestream auf wdr.de sowie ab 11:30 Uhr in einem Lokalzeit-Extra im Fernsehen.

Hochhaus gesprengt: So liefen die Vorbereitungen

Monatelang hatten die Sprengmeister das Sekunden-Spektakel im Duisburger Stadtteil Hochheide vorbereitet.

Rote Kabel für die Sprengung liegen auf dem Kellerboden

Fertig sortiert liegen die roten Kabel für die Sprengung bereit auf dem Kellerboden des Hochhauses.

Fertig sortiert liegen die roten Kabel für die Sprengung bereit auf dem Kellerboden des Hochhauses.

1.450 Löcher haben die Experten in Fundament und Wände gebohrt, um sie anschließend mit insgesamt 290 Kilogramm Sprengstoff zu befüllen.

Mit großen Baggerschaufeln wurde der Weiße Riese von Asbest befreit und die Mauern für die Sprengung freigelegt. Sie werden auch die gesprengten Teile des Gebäudes wegräumen.

Laut Plan sollen die vier Gebäudeteile bei der Sprengung seitlich wegfallen.

Der Wohnpark Hochheide besteht aus insgesamt sechs Weißen Riesen, die allesamt Mitte der 1970er-Jahre fertiggestellt wurden. Der Weiße Riese an der Friedrich-Ebert-Straße ist mit 320 Wohnungen eines der größeren Gebäude. Am Sonntag (24.03.2019) um zehn Sekunden nach 12 Uhr soll er Geschichte sein.

Stand: 22.03.2019, 09:51

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