Immer mehr Süchtige durch Sportwetten

Immer mehr Süchtige durch Sportwetten 04:04 Min. Verfügbar bis 18.02.2021

Immer mehr Süchtige durch Sportwetten

  • Jeder vierte Glücksspielsüchtige ist Sportwetter
  • Vor allem junge Menschen sind betroffen
  • Sportvereine und der Staat verdienen mit

Immer mehr Menschen im Ruhrgebiet sind süchtig nach Sportwetten. In manchen Suchtberatungsstellen betrifft das inzwischen jeden vierten Glücksspielsüchtigen. Und die Zahl steigt weiter.

Seit Januar 2020 können unbegrenzt viele Anbieter eine Konzession erhalten. "Je mehr Sportwettenanbieter und je mehr Werbung desto mehr Süchtige gibt es. Das ist wissenschaftlich belegt", erklärt Jürgen Güttel, Psychologe in der Caritas-Suchtberatungsstelle Dortmund.

Wettanbieter investieren viel Geld in Werbung

Es sind vor allem junge Menschen, die auf die Werbeversprechen der Sportwettenanbieter hereinfallen. Bei Sportübertragungen nimmt diese Werbung oft einen Großteil der gesamten Werbezeit ein. Auch Sportvereine verdienen mit. Viele Teams werden von tipico, bwin, betathome und Co gesponsert. Und auch der Staat kassiert Milliarden an Steuergeldern.

Zahl der Süchtigen könnte noch weiter steigen

Daher plant der Gesetzgeber für den neuen Glücksspielstaatsvertrag wohl auch kein vollständiges Werbeverbot. Durch eine beschränkte und maßvolle Werbung solle auf legale Angebote aufmerksam gemacht werden, um den Schwarzmarkt zu schwächen.

Jürgen Güttel lässt diese Argumentation nicht gelten. "Es geht hier in Wirklichkeit um Geld und um finanzielle Abhängigkeiten". Er befürchtet, dass die Zahl der Süchtigen in den nächsten Jahren noch steigen könnte.



Stand: 18.02.2020, 06:00

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