Delegierte der Dortmunder SPD stimmen im Autokino ab

Vor der Kulisse der alten Hochöfen stehen die Autos mit den Delegierten

Delegierte der Dortmunder SPD stimmen im Autokino ab

Von Mareike Maack

  • Abstimmung durch das Autofenster
  • Scharfe Kritik an CDU und Grünen
  • Reden per Autoradio übertragen

Zwischen stillgelegten Hochöfen hat am Samstag (06.06.2020) zum ersten Mal in NRW ein Parteitag in einem Autokino stattgefunden. Die Dortmunder SPD hatte ihre Delegierten auf das alte Stahlwerksgelände Phoenix West eingeladen.

Dort, wo zur Corona-Zeit eigentlich Hollywood-Filme und Klassiker über die Leinwand laufen, wurde am Samstag nicht nur der Parteitag in Vorbereitung auf die Kommunalwahl im November abgehalten, sondern auch die Vertreterversammlung wiederholt.

Kommunalwahlbezirke neu zugeschnitten

Eigentlich hatte die Dortmunder SPD das alles schon längst hinter sich. Bereits Ende November hatten die Delegierten Thomas Westphal zum OB-Kandidaten gewählt.

Kandidatenlisten für den Rat und die Bezirksvertretungen waren auch schon auf den Weg gebracht. Aufgrund eines Urteils des NRW-Verfassungsgerichts wurden dann aber 40 Dortmunder Kommunalwahlbezirke neu zugeschnitten. Folge: Wiederholung.

Abstimmung per Karte

SPD-Parteitag im Autokino: Delegierte stimmen mit roter Karte ab

Delegierte stimmen mit roter Karte ab

Dazu waren rund 90 Autos, mit maximal zwei Delegierten darin, am Samstagmorgen auf das Gelände von Phoenix West gekommen. Abgestimmt wurde mit Hilfe von roten Karten, die aus den Autofenstern gehalten wurden. Die Stimmzettel bekamen die Delegierten bereits bei der Einfahrt ins Autokino an einem Drive-In-Schalter. So konnten die Corona-Richtlinien eingehalten werden.

Reden per Autoradio übertragen

Den Rednern auf der Bühne lauschten die Delegierten per Autoradio. SPD-Parteichefin Nadja Lüders startete dabei direkt mit scharfer Kritik an Grünen und CDU. Der CDU gehe es nur darum Mitbestimmung zu schleifen und in Richtung der Grünen betonte die Parteichefin, dass das Amt des Oberbürgermeisters nicht dazu da sei, sich selbst zu inszenieren, sondern um eine Stadt zu gestalten.

Beifall gab es bei diesem besonderen Parteitag übrigens auch – per Hupe. "Dieser Parteitag wird in die Geschichte der Dortmunder SPD eingehen", da war sich Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Westphal sicher.

Stand: 06.06.2020, 13:35