SPD-Basis setzt große Hoffnungen in neues Spitzenduo

SPD-Basis setzt große Hoffnungen in neues Spitzenduo

Von Sebastian Auer

  • SPD-Basis in Mülheim hofft auf Neustart durch Esken und Walter-Borjans
  • Wunsch nach Geschlossenheit
  • Koalitionsvertrag teils neu verhandeln

Die Mülheimer SPD hat ihr Büro am Rande der Innenstadt in einem Mehrfamilienhaus. Große Politik wurde dort mal gemacht, schließlich kommt die ehemalige NRW-Ministerpräsidentin aus Mülheim an der Ruhr. Hannelore Kraft hat noch immer ein Arbeitszimmer beim Ortsverein. Jetzt geht es wieder um das große Ganze: den Bundesparteitag, der von Freitag (06.12.2019) bis Sonntag in Berlin stattfindet.

"Wir müssen dringend Ruhe in die Partei bringen. Dieses Signal muss vom Parteitag ausgehen", sagt Dieter Spliethoff, der Mülheimer SPD-Fraktionsvorsitzende. Bloß nicht jetzt schon damit anfangen, die designierten Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans in Frage zu stellen.

Koalition nicht auflösen

Marode Straßen, Schulsanierung, der bevorstehende Neujahrsempfang - die Themen bei der Mülheimer SPD sind typisch für einen Ortsverein. Trotzdem, mit einem Auge gucken sie jetzt nach Berlin zum Bundesparteitag. Einig sind sie sich, dass die Arbeit in der Großen Koalition weitergehen müsse.

"Beim Koalitionsvertrag nachverhandeln sollten wir aber schon", findet Claus Schindler. Die schwarze Null müsse man in Frage stellen. Der Bund müsse den Kommunen mehr helfen, beispielsweise bei der Sanierung der Straßen. Investitionen in die Infrastruktur hat das neue SPD-Führungsduo neben dem Klimaschutz und dem Mindestlohn am Donnerstag (05.12.2019) denn auch als wichtige Punkte genannt, über die mit der Union verhandelt werden soll.

Weg von der schwarzen Null

In Mülheim ist man bei der SPD deshalb auch froh, dass Olaf Scholz es nicht zum Parteivorsitzenden geschafft hat. Mit dem SPD-Finanzminister wären neue Schulden nicht zu machen gewesen. Da sind sich die Mülheimer Genossen sicher.

Insgesamt haben sie alle große Hoffnungen in die neue SPD-Parteispitze. Gleichzeitig sind sie aber auch zurückhaltend. Denn sie wissen: In der Vergangenheit war das mit der Ruhe und Geschlossenheit in ihrer Partei so eine Sache.

Stand: 06.12.2019, 12:00