Sparkasse Dortmund kündigt tausende Sparverträge

Das Bild zeigt ein Sparbuch mit Euroscheinen.

Sparkasse Dortmund kündigt tausende Sparverträge

Von Michael Westerhoff

  • Betroffen sind Prämienverträge
  • Andere Sparkassen handeln ähnlich
  • Verbraucherzentrale empfielt Widerspruch

Ein Schock für viele Kunden der Sparkasse: Das Geldinstitut kündigt 11.000 alte Sparverträge. Die waren für die Kunden besonders attraktiv, für die Sparkasse allerdings weniger.

Betroffen sind in erster Linie Kunden, die das Geld in den 90er-Jahren für ihre Altersversorgung angelegt hatten. Sie schlossen damals Prämiensparverträge ab, die über 15 Jahre Laufzeit hatten.

Jedes Jahr schüttete die Sparkasse mehr Geld aus. Wer beispielsweise im 15. Jahr 1.000 Euro auf das Konto eingezahlt hat, bekam neben den Zinsen eine zusätzliche Prämie von 500 Euro. In Null-Zins-Zeiten, wie heute, ein Geschäft, bei dem die Sparkasse drauf zahlt.

Sparkasse beruft sich auf BGH-Urteil

Rotes Sparkassenzeichen auf einem grauen Schild

11.000 Dortmunder Kunden betroffen

Das Vorgehen der Sparkasse ist zwar nicht kundenfreundlich, aber durchaus legal. Der Bundesgerichtshof hatte im Mai in einem vergleichbaren Fall geurteilt, dass Sparkassen unbefristete Prämiensparverträge kündigen dürfen.

Ein Prämiensparer hatte die Sparkasse Stendal verklagt, verlor aber in der letzten Instanz vor dem Bundesgerichtshof. Seither kündigen viele Sparkassen ihren Kunden die alten Verträge.

Bisher größte Kündigungswelle

Bereits im Sommer kündigte beispielsweise die Sparkasse Mülheim über 5.000 Sparern. Auch die Sparkasse im Vest, die Sparkasse Remscheid, die Sparkasse Bergkamen-Bönen oder die in Minden-Lübbecke haben bereits Kündigungen verschickt.

Mit 11.000 betroffenen Sparern ist das Dortmunder Geldinstitut aber die Sparkasse in Nordrhein-Westfalen, die bisher die höchste Zahl an Kunden vor die Tür gesetzt hat.

Verbraucher können sich wehren

Die Verbraucherzentralen empfehlen den Kunden, Widerspruch gegen die Kündigung einzulegen. Denn manche Sparkassen kündigten auch Verträge, die der Bundesgerichtshof nicht für rechtswidrig erklärt hat.

Rotes Schild mit der weißen Aufschrift Verbraucherzentrale

Verbraucherzentralen empfehlen Widerspruch

So gilt das Urteil nach Angaben der Verbraucherzentralen nur für unbefristete Verträge. Sind die Prämien-Sparverträge auf 15 oder 25 begrenzt, gelte das Urteil nicht. Die Verbraucherzentralen vor Ort oder im Internet haben einen Musterbrief entworfen, mit dem Kunden widersprechen können.

Stand: 22.10.2019, 14:58

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