Spargelbauern in der Region fehlen Erntehelfer

Spargelbauern in der Region fehlen Erntehelfer

  • Zu wenige Erntehelfer in der Region
  • Ehemalige Saisonarbeiter haben feste Jobs
  • Erntemaschinen gibt es noch nicht

Den 25 Spargelbauern in unserer Region fehlen Erntehelfer. Willy Kreienbaum von der Vereinigung der Spargelbauern hat 270 Saisonarbeiter. Etwa 30 fehlen ihm in seinem Betrieb in Warendorf. Im Schnitt würden die Betriebe mindestens zehn Prozent mehr Personal benötigen.

Erntehelfer haben Arbeit in der Heimat gefunden

Seit Jahrzehnten kam der Großteil der Erntehelfer aus Polen. Aber das Land erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung, viele ehemalige Erntehelfer haben Arbeit in ihrer Heimat gefunden. Es ist offenbar unattraktiv geworden, für die Ernte nach Deutschland zu kommen.

An den niedrigen Löhnen für Erntehelfer liege das aber nicht, sagt Edward Zgodzaj. Der 52-Jährige ist Vorarbeiter auf einem Spargelhof in Selm. Hier werden über 16 Euro Stundenlohn gezahlt. "In Polen gibt es jetzt viel weniger Arbeitslose. Ehemalige Erntehelfer haben jetzt feste Jobs und bekommen keine zwei Monate Urlaub für die Spargelernte. Deshalb bleiben sie in Polen", sagt Zgodzaj.

Technik kann Menschen noch nicht ersetzen

Langfristig könne man nicht anders, als die Anbauflächen zu reduzieren, sagt Willy Kreienbaum. Eine Lösung sei der Einsatz von Erntemaschinen. Die technische Entwicklung werde aber noch mehrere Jahre dauern. Alternativ müssten in Zukunft Arbeitskräfte aus der Ukraine, Moldavien oder Weißrussland angeworben werden.

In Westfalen Lippe sind etwa 200 Spargelbauern von dieser Entwicklung betroffen, landesweit sind es 250.

Stand: 16.04.2019, 08:46