Stille Solidaritätsbekundung vor der Synagoge in Hagen

viele Menschen haben sich vor der Synagoge versammelt

Stille Solidaritätsbekundung vor der Synagoge in Hagen

In Hagen haben sich am Donnerstagnachmittag etwa 400 Menschen vor der Synagoge in der Innenstadt versammelt, um still ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu zeigen, aber auch als Zeichen gegen Antisemitismus.

Für Hagay Feldheim, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Hagen, ein starkes Signal: "Es gibt uns Hoffnung", sagte er. Auch hätten viele Menschen ihre Solidarität ausgedrückt, die nicht kommen konnte, aber jetzt sei es "eine Frage der Praxis".

Zu der Versammlung aufgerufen hatte Oberbürgermeister Erik O. Schulz - vor dem Hintergrund des mutmaßlich geplanten und vereitelten Anschlags auf die Synagoge in der vergangenen Woche.

Ein 16-jähriger Syrer soll einen Bombenanschlag vorbereitet haben. Er sitzt deshalb in Untersuchungshaft.

Reul: Anschlag sollte "möglichst volle Synagoge" treffen

Am Nachmittag hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) im Landtag berichtet: Der Anschlag habe den Erkenntnissen der Ermittler zufolge eine möglichst volle Synagoge treffen sollen und sollte deshalb an einem jüdischen Feiertag stattfinden.

"Da das Jom-Kippur-Fest unmittelbar bevorstand, lag es nahe, von einem Anschlagsplan an diesem hohen jüdischen Feiertag auszugehen." Ob der Anschlag tatsächlich an diesem Tag stattfinden sollte, sei aber noch nicht ganz sicher. Im konkreten Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes sei nur von "einem hohen jüdischen Feiertag" die Rede gewesen.

Reul kündigte an, dass eventuell das Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen in dem Fall übernehmen werde.

Stand: 23.09.2021, 16:25