Sitzenbleiben ist selten sinnvoll

Schüler lernen in einem Klassenraum

Sitzenbleiben ist selten sinnvoll

Von Catherine Jaspard

In den Schulen ist Sitzenbleiben - trotz Corona - wieder möglich. Eine Klasse zu wiederholen, sollte aber nur die ultima ratio sein, sagt ein Dortmunder Bildungsforscher.

Paul Fabian beschäftigt sich seit zehn Jahren wissenschaftlich am Institut für Schulentwicklung an der TU Dortmund mit dem Thema Sitzenbleiben. „Wenn es darum geht, Leistung wieder aufzuholen, ist das Sitzenbleiben keine gute Maßnahme“, hat er herausgefunden.

Portrait von Bildungsforscher Paul Fabian

Er hält den Vorschlag des Deutschen Familienverbandes NRW wegen Corona sollten „alle das Schuljahr wiederholen“ deshalb nicht für sinnvoll. Besser fände er es, wenn alle Kinder in ihren Klassen blieben und dort gefördert würden. Dazu müsse man die Lehrpläne überarbeiten.

Schüler*innen gezielter fördern

Der Dortmunder Forscher appelliert, genau hinzugucken und rechtzeitig zu erkennen, wenn ein Kind Defizite hat, um es dann entsprechend zu fördern. Oft hätten Schülerinnen und Schüler nur in ein oder zwei Fächern Probleme, müssten aber bei einer „Ehrenrunde“ alles nochmal machen.

Eine gezielte Förderung sei sinnvoller, sagt Bildungsforscher Paul Fabian. Ein Sitzenbleiben könne nur in Einzelfällen eine gute Sache sein, wenn sich ein Kind z.B. langsamer entwickelt habe und besser zu Jüngeren passe.

Stand: 17.06.2021, 14:12