Nach Auto-Attacke an Silvester: Verdächtiger in Psychiatrie verlegt

01.01.2019, Bottrop: Ein Polizeiwagen steht hinter Absperrband auf dem Berliner Platz.

Nach Auto-Attacke an Silvester: Verdächtiger in Psychiatrie verlegt

  • Nach Auto-Attacke an Silvester in Bottrop und Essen
  • Verdächtiger in Psychiatrie eingewiesen
  • Schuldunfähigkeit nicht ausgeschlossen

Nach den Attacken in der Silvesternacht auf Menschen mit ausländischen Wurzeln ist der mutmaßliche Täter in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Essen am Dienstag (22.01.2019) mit.

Der 50-Jährige soll mit seinem Auto in Essen und Bottrop acht Menschen angefahren und verletzt haben. Bislang hatte er wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft gesessen.

Am Mittwoch (23.01.2019) wurde bekannt, dass der Mann wohl auch in Oberhausen in Menschengruppen gefahren sein soll. Mehrere Zeugen haben sich laut den Ausführungen des Anwalts inzwischen bei den Ermittlern gemeldet. Schwer verletzt wurde dort allerdings niemand.

Ein Psychiater habe ihn aber als zur Tatzeit mindestens erheblich vermindert schuldfähig eingestuft. Auch eine Schuldunfähigkeit könne nicht ausgeschlossen werden. Deswegen habe das Amtsgericht Essen den Haftbefehl in einen vorläufigen Unterbringungsbefehl umgewandelt.

Der Mann soll bereits in der Vergangenheit wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein. Er soll seinen Wagen in der Silvesternacht mehrfach in Gruppen feiernder Menschen gesteuert haben. Die meisten Verletzten stammen aus Syrien und Afghanistan. Alle haben ausländische Wurzeln.

Hinweise auf Rassismus als Tatmotiv

Erste Aussagen des Mannes hatten auf Rassismus als Tatmotiv hingewiesen. Er soll mit seinem Auto gezielt Jagd auf Menschen gemacht haben, die er für Ausländer hielt. Unter den Verletzten waren mehrere Kinder.

Umgang mit Gewalttaten in Bottrop und Amberg Aktuelle Stunde 03.01.2019 06:31 Min. Verfügbar bis 03.01.2020 WDR Von Jan Hofer

Stand: 23.01.2019, 11:17

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