Kultursensible Pflege in Duisburg nachgefragt

Seniorin und Altenpflegerin sitzen gemeinsam auf einem Sofa

Kultursensible Pflege in Duisburg nachgefragt

Von Mihri Basar & Zübeyde Sürgit

  • Immer mehr frühere Gastarbeiter brauchen Pflege.
  • Ambulanter Pflegedienst für Migranten in Duisburg.
  • Kultursensibel qualifiziertes Pflegepersonal gesucht.

In Deutschland sind viele ältere Menschen mit Migrationshintergrund auf Pflege angewiesen. Klassische deutsche Seniorenheime sind für die Bedürfnisse dieser Menschen aber oft nicht ausgerichtet. Es gibt Barrieren wie Angst, Scham oder Vorurteile.

Die Verständigung ist ein großes Problem

Im Alter vergessen viele die mühselig gelernte Zweitsprache. Häufig kümmern sich Familienangehörige um die Pflegebedürftigen. Oft sind es die Ehepartner, wie auch in der Duisburger Familie Ilhan. Der Vater von acht Kindern kümmert sich gerne um seine Ehefrau. "Meine Frau ist dement. Sie braucht rund um die Uhr jemanden, der bei ihr ist", so Herr Ilhan.

Was so einfach klingt, ist selbst für jüngere Senioren eine Mammutaufgabe: Kochen, heben und waschen. Die Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich. "Während bei deutschen Senioren einmal am Tag gewaschen wird, erwarten es die türkischen Senioren mehrmals am Tag, abgeduscht zu werden. Das ist schon eine Herausforderung", so Heike Weissenbacher vom Pflegedienst KUSEP.

Mitarbeiter bekommen spezielle Schulungen

Mann sitzt am Schreibtisch

Vahap Canbay leitet den Pflegedienst KUSEP

Die Mitarbeiter werden intern geschult, damit sie auf die kulturellen Bedürfnisse der Patienten eingehen können. "Türkische Familien wollen, dass wir unsere Schuhe ausziehen. Wir dürfen das jedoch aus Sicherheitsgründen nicht. Also finden wir einen Kompromiss und tragen Überschuhe", so Vahap Canbay, Gründer von KUSEP. KUSEP steht übrigens für "Kultursensible Pflege" und wurde vor fünf Jahren in Duisburg-Laar gegründet. Ein 30-köpfiges Team sorgt für pflegebedürftige Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

Stand: 09.10.2017, 16:19