Polizisten bei Rettungseinsatz attackiert

Polizisten bei Rettungseinsatz attackiert

  • Polizei in Essen eilt zu schwerverletzter Frau
  • Mutmaßlicher Täter festgenommen
  • Widerstand von großer Gruppe mit libanesisch-kurdischem Migrationshintergrund gegen Polizei

Bei der Festnahme eines Mannes in Essen, der eine junge Frau überfallen, misshandelt und entführt haben soll, ist die Polizei Freitagmorgen (03.11.2017) massiv bedrängt worden. Wie die Polizei mitteilte, attackierten weitere Männer die Beamten und versuchten, den Festgenommenen zu befreien.

Die Polizisten wehrten die Angriffe ab, drei von ihnen wurden dabei leicht verletzt. Daraufhin wurden vier weitere Männer festgenommen. "Wir lassen nicht zu, dass jemand glaubt, seine eigenen Regeln anwenden zu können", sagte Essens Polizeipräsident Frank Richter im WDR.

Frau soll entführt worden sein

Der Notruf war am frühen Morgen bei der Polizei eingegangen: Eine junge Frau befinde sich in großer Gefahr. Der Polizei erklärte die 23-Jährige, sie sei an der Stadtgrenze von Bottrop zu Essen überfallen, geschlagen und nach Essen gebracht worden. Die Rettungssanitäter und ein Notarzt der Feuerwehr versorgten die Frau und eine Angehörige, die zusammengebrochen war.

Fünf Festnahmen

In einer der darunterliegenden Wohnungen des Mehrfamilienhauses entdeckten die Polizisten einen Mann, auf den die Beschreibung der Frau zutraf. Als die Beamten ihn festnahmen, kamen mehrere Männer hinzu und gingen auf die Polizisten los.

Alle wohnen in Essen und haben einen libanesisch-kurdischen Migrationshintergrund. Einer der Festgenommenen ist inzwischen wieder entlassen worden.

Familienstreit als Auslöser?

Eine Kommission der Polizei versucht nun, den genauen Ablauf der Ereignisse zu klären. Nach derzeitigem Ermittlungsstand könnte die junge Frau an der Stadtgrenze überfallen und gegen ihren Willen in einem Fahrzeug nach Essen gebracht worden sein. Im Fahrzeug und auch in der Wohnung soll es zu den Misshandlungen gekommen sein.

Nach WDR-Informationen waren mehrere Familienmitglieder aus bisher unbekannten Gründen in der Nacht aneinandergeraten. Die schwer verletzte Frau schwebt nach aktuellem Stand nicht in Lebensgefahr.

Stand: 04.11.2017, 17:31