Schwelbrände in Bergbauhalden belasten Umwelt

Himmelstreppe - eine Steinskulptur auf dem Haldengipfel

Schwelbrände in Bergbauhalden belasten Umwelt

  • Schwelbrände setzen in Bergbauhalden gefährliche Gase frei
  • Brände in Halden können über hundert Jahre dauern
  • RAG führt regelmäßig Messungen durch

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor gefährlichen Gasen, die aus schwelenden Halden in ganz NRW freigesetzt werden. Von der Bezirksregierung Arnsberg hat der BUND deshalb Aufklärung gefordert. Durch Schwelbrände würden gefährliche Gase wie Methan, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid freigesetzt und die Umwelt belastet, beklagte ein BUND-Sprecher.

Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff tragen als Treibhausgase maßgeblich zur Erderwärmung bei. Von Kohlenmonoxid geht sogar eine tödliche Gefahr aus. Allerdings dürften die Konzentrationen im Umfeld der Halden wegen der existierenden Luftzirkulation unkritisch sein, vermeldet der BUND.

Gladbeck erreicht bis zu 260 Grad

Die Bezirksregierung bestätigte, dass zehn Halden in NRW im Inneren glühen: In Neukirchen-Vluyn, Dinslaken, Ahlen, Alsdorf, Gelsenkirchen, Bergkamen und Ibbenbüren. Die Halde Graf Moltke in Gladbeck erreicht dabei sogar Spitzenwerte von 260 Grad Celsius.

Halden müssen abgedichtet werden

Die Brände können über hundert Jahre dauern. Sie können nicht einfach gelöscht werden, da es zu Verpuffungen oder Explosionen kommen könnte. Eine Möglichkeit: Die Halden müssen abgedichtet werden. Denn dann gelangt kein Sauerstoff mehr in die Halde und die Brände ersticken.

Die RAG ist für die Halden verantwortlich. Hier versichert man, dass diese unter Aufsicht der Bergbaubehörde stünden und es regelmäßige Gas- und Temperaturmessungen gebe.

Wie entstehen Schwelbrände in Halden?

Beim Abbau von Steinkohle fällt Nebengestein an, das zum Großteil auf Halden aufgeschüttet wurde. In dem Nebengestein sind auch hohe Anteile Steinkohle enthalten und die kann sich unter Zufuhr von Sauerstoff unter bestimmten Bedingungen selbst entzünden.

Erst in den 1980er Jahren wurden die Halden verdichtet aufgeschüttet, um den Luftzutritt zu minimieren.

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche | 03.12.2018 | 10:43 Min.

Ende 2018 schließen Deutschlands letztes Steinkohle-Zechen. Die offiziell letzte Schicht fahren die Bergleute am 21.12. in der 1863 eröffneten Ruhrgebietszeche Prosper-Haniel in Bottrop. Reinhold Adam ist Bergmann und Zeitzeuge der Doku "Die Steinkohle" auf Arte.

Stand: 13.12.2018, 15:59