3G statt 2G: Schule sagt Klassenfahrt für den Winter ab

Eigentlich wollte die 8. Klasse der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Dortmund-Brackel im Winter eine Ski-Fahrt nach Italien machen. Dafür hatte die Schule das 2G-Prinzip bei den Eltern durchgesetzt. Doch die Bezirksregierung Arnsberg verwies darauf, dass alle Klassenfahrten unter die 3G-Regel fallen.

Die achte Klasse sollte im Sportunterricht bald mit der Skigymnastik beginnen. Doch das ist gestrichen, genauso wie die Fahrt ins Skigebiet nach Italien. An der hätten all jene Schüler und Schülerinnen teilnehmen sollen, die genesen oder geimpft sind – es hätte also das 2G-Prinzip gegolten. Vom Schuldezernenten gab es zunächst grünes Licht für die Gesamtschule in Dortmund-Brackel.

Doch jetzt kam eine Absage von der Bezirksregierung: Das Schulministerium trägt nur Klassenfahrten mit 3G-Regel. Die Schule sagte die Fahrt ab, wie andere solcher geplanten Fahrten auch. Das Risiko war den Verantwortlichen zu hoch.

Verständnis für Absage

Gefreut wurde sich natürlich nicht, als die Skifahrt abgesagt werden musste. Erst ein paar Tage ist das her. Aber irgendwie hat Fabian, Schüler der achten Klasse, dafür auch Verständnis. Denn schließlich hätten nur Genesene und Geimpfte auf die Piste mitgedurft.

Kontaktverfolgung ist das Hauptproblem

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Brackel ist eine der wenigen Schulen, die überhaupt eine Fahrt mit der 2G-Regel angeboten hatte. Das Problem mit 3G bei einem solchen Klassenausflug sei die Kontaktverfolgung – wenn sich jemand bei einer ungeimpften Person anstecken würde.

Schulleiterin Christina Neder | Bildquelle: WDR; Silke Hampel

Schulleiterin Christina Neder erklärt: "Damit war uns klar, dass das Infektionsrisiko ein hohes ist. Denken Sie an eine Gondel, wo dann plötzlich ungeordnet sehr große Gruppen entstehen. Insofern war uns klar, dass wir das nur mit der 2G-Regel durchführen können."

Problemlose Klassenfahrt an die Nordsee

Dieses Problem hatte die sechste Klasse der Gesamtschule Brackel nicht. Sie ist gerade erst von der Nordsee zurückgekommen. Weil es nicht ins Ausland ging und die Gruppe unter sich blieb, reichten tägliche Tests aus und die Fahrt konnte stattfinden. Zur Freude aller Schüler und Lehrer.

Schülerkontakte litten unter Lockdown

Für diese war die Fahrt wichtig, denn der Kontakt untereinander hatte während der Lockdowns doch sehr gelitten.

Lehrer Michael Rieken | Bildquelle: WDR; Silke Hempel

"Bisher war es ja leider so, seit Anfang der "Fünf", seitdem die Kinder jetzt hier sind, war es mehr oder weniger ein Einzelkämpfertum. Die Kinder durften nur Einzelarbeit durchführen. Partner- und Gruppenarbeit war verpönt und auch sehr riskant. Deswegen war es umso wichtiger, dass unser Fahrt stattfinden durfte", sagt Michael Rieken, Lehrer der Gesamtschule.

Auch die Abschlussfahrt nach der zehnten Klasse hat geklappt – aber nur innerhalb Deutschlands. Was mit den geplanten Fahrten nach England und China passiert, weiß hier niemand. Denn während hierzulande die 3G-Regel gilt, verlangen die Schulen im Ausland fast alle eine vollständige Impfung.