Schleusensperrung: Vorstand des Dortmunder Hafens fordert Konsequenzen

Arbeiter mit weißem Schutzhelm unterstützen das Anbringen eines Stahlträgers über dem Wasser der Schleuse Henrichenburg

Schleusensperrung: Vorstand des Dortmunder Hafens fordert Konsequenzen

  • Schleuse in Waltrop gesperrt
  • Dortmunder Kanalhafen abgeschnitten
  • Leitung des Hafens fordert Konsequenzen
  • Weitere Sperrung für 2020 geplant

Der Kanalhafen in Dortmund ist seit Samstag (15.06.2019) für sechs Wochen vom Schiffsverkehr abgeschnitten. Grund sind Reparaturarbeiten an der Schleuse Henrichenburg in Waltrop. Bei einer Baustellenbesichtigung haben Vorstand, Aufsichtsrat und Anliegerverein des Dortmunder Hafens am Montag (17.06.2019) Konsequenzen gefordert.

Zusätzliche Schleuse gefordert

Uwe Büscher vom Vorstand des Dortmunder Hafens verlangt den Bau einer zusätzlichen Schleuse, damit der Schiffsverkehr künftig auch bei Wartungs- und Renovierungsarbeiten weitergehen kann. Kostenpunkt: 90 Millionen Euro.

"Es ist sehr teuer, aber es hat auch sicherlich einen ökologischen Nutzen. Ein Binnenschiff ersetzt 50 Lkw auf der Straße. Von daher ist das auch eine lohnenswerte umweltpolitische Investition, wenn wir ein zweites Schleusenbauwerk in Betrieb nehmen", sagt Uwe Büscher.

Schleusenkammer leergepumpt

Am Wochenende rückten Bauarbeiter und ein Taucher an, die ersten Arbeiten zur Sanierung der Schleuse. Ein Kran stapelte Stahlelemente hinter den Schleusentoren ins Wasser. Ein Taucher kontrollierte unter Wasser, dass sie präzise übereinander liegen.

Ein Tauscher in der Schleuse Henrichenburg

Schleuse Henrichenburg gesperrt: Dortmunder Kanalhafen vom Schiffsverkehr abgeschnitten

Kaum waren beide Barrieren fertig, wurde die riesige Schleusenkammer leergepumpt. Jetzt sind die Tore frei zugänglich. Besonders das Untertor ist stark verrostet. Die Tore werden saniert und die Elektrotechnik erneuert.

Geduldsprobe für Binnenschiffer

Voraussichtlich bis zum 31. Juli 2019 bleibt die Schleuse für Schiffe gesperrt. Eine Geduldsprobe nicht nur für den Betreiber des Dortmunder Hafens, sondern auch für die vielen Binnenschiffer, die über den Dortmund-Ems-Kanal fahren.

Wichtigste Schleuse im Ruhrgebiet

Die Kanalschleuse Henrichenburg ist die wichtigste Schleuse für den Güterverkehr im Ruhrgebiet. Pro Tag passieren nach Angaben eines Sprechers des Schifffahrtsamtes etwa 10 bis 15 Schiffe die Schleuse. Sie haben vor allem Kies, Sand und andere Schüttgüter geladen. Schiffe, die Dortmund anlaufen oder von dort in Richtung Rhein oder deutsche Nordseeküste fahren wollen, müssen durch diese Schleuse des Dortmund-Ems-Kanals.

Ruderer haben freie Fahrt

Deutschland-Achter beim Training auf dem Dortmund-Ems-Kanal

Deutschland-Achter: Training auf dem Dortmund-Ems-Kanal

Das Leid der Unternehmer ist allerdings die Freud der Sportler. Denn auf dem Kanal in Dortmund trainiert regelmäßig unter anderem der Deutschland-Achter der Ruderer. Durch die Sperrung müssen sich die Ruderer in den kommenden Wochen das Wasser nicht mehr mit den großen Frachtschiffen teilen.

Weitere Sperrung geplant

Bereits im vergangenen Herbst war die Schleuse Henrichenburg für Reparaturen vier Wochen außer Betrieb, eine weitere Sperrung ist für das kommende Jahr geplant.

Stand: 17.06.2019, 17:52