Entflohene Kobra: Was tun bei Schlangenbissen?

Schlangen Kopfball 24.01.2015 08:40 Min. Verfügbar bis 24.01.2020 Das Erste

Entflohene Kobra: Was tun bei Schlangenbissen?

  • Giftschlange in Herne verschwunden
  • Biss kann lebensgefährlich sein
  • Schnelles Handeln erforderlich

In Herne wird nach wie vor die verschwundene Giftschlange gesucht. Sollte man von einem solchen Tier gebissen werden, muss man vor allem eines: Schnell sein!

Was ist nach einem Schlangenbiss zu tun?

Wichtig ist, dass man sich so schnell wie möglich aus der Nähe der Schlange entfernt, denn das Risiko für einen zweiten Biss ist laut dem Deutschen Tropeninstitut sehr hoch. Weiter gilt: Ruhe bewahren so gut es geht. Sofern andere Menschen anwesend sind, sollten sie den Gebissenen beruhigen - Panik kann den Gesundheitszustand verschlechtern.

In der Regel treten nach einem Biss sofort Kreislaufreaktionen wie schneller Puls, Schwindel und Schweißausbrüche auf. Ebenso sind Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sehr häufig. Auch ein allergischer Schock durch das Gift ist möglich.

Monokelkobra (Symbolbild)

Eine giftige Monokelkobra (Symbolbild)

Das betroffene Körperteil muss ruhig und möglichst tief gelagert werden, rät das Tropeninstitut. Der Patient sollte in einem Fahrzeug oder auf einer Trage transportiert werden, die Wunde oberflächlich gereinigt und im besten Fall desinfiziert werden. Schmuckstücke oder Kleidung sollte man entfernen, da es zu Schwellungen an der betroffenen Stelle aber auch am ganzen Körper kommen kann. So versorgt, sollte das Bissopfer so schnell wie möglich ins Krankenhaus gebracht werden. Eine genaue Beschreibung der Schlange hilft den behandelnden Ärzten.

Was passiert im Krankenhaus?

Im Krankenhaus behandeln die Ärzte zunächst die vorrangigen Symptome. Rötungen, Blutungen oder auch schwarzen Verfärbungen an der Bissstelle sind entsprechende Merkmale. Brennende Schmerzen sind ebenfalls häufig.

Außerdem sorgen die Nervengifte der Schlangen für Schwellungen oder Lähmungen, aber auch innere Blutungen oder großflächige Hautblutungen können nach einem Biss auftreten. Der Verlauf der Vergiftung wird genau beobachtet - Blutdruck, Puls und Atmung überwacht. Je nach Symptomstärke und Indikation wird ein Antivernin als Gegenmittel gegeben - wenn es verfügbar ist.

Auch Wundoperationen können bei Patienten durchgeführt werden, andere erhalten bestimmte Antibiotika zur Vermeidung einer Wundinfektion. In der Regel kann die Behandlung schnell Besserung bringen - Patienten sollten anschließend aber mindestens 24, besser 48 Stunden zur Überwachung im Krankenhaus bleiben.

Sind die Einsatzkräfte in Herne auf einen Biss vorbereitet?

Die Stadt betont, dass sie gewappnet ist, falls jemand von der Schlange gebissen werden sollte. Es sei sichergestellt, dass das Gegengift im Fall der Fälle schnellstmöglich verfügbar ist, betont ein Stadtsprecher. Es lagert in einem Depot in Düsseldorf und kann von dort in kürzester Zeit nach Herne gebracht werden.

Stand: 29.08.2019, 12:00

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