Schalla-Prozess: Angeklagter bleibt in Haft

Der Angeklagte im Gerichtssaal mit einem Verteidiger

Schalla-Prozess: Angeklagter bleibt in Haft

Von Jürgen Kleinschnitger

  • Angeklagter bleibt in Haft
  • Gericht sieht Fluchtgefahr
  • Urteil im Dezember erwartet

Der Angeklagte Ralf. H im Prozess um den Mord an Nicole Denise Schalla bleibt weiter in Haft. Das hat das Landgericht am Mittwoch (30.10.2019) entschieden. Am Montag (28.10.2019) hatten Ralf H.s Verteidiger gefordert, den Angeklagten freizulassen. Die DNA von Ralf H. sei rechtswidrig in der DNA-Datenbank gespeichert gewesen – wegen einer anderen Tat, so die Verteidiger.

Gericht sieht Fluchtgefahr

Der Vorsitzende der Kammer sieht das anders und hat angemerkt, dass Ralf H. bis 2011 in Sicherungsverwahrung war und daher seine DNA-Speicherung gerechtfertigt gewesen sei. Außerdem sei der Angeklagte aufgrund der bisherigen Beweisaufnahme dringend tatverdächtig. Daher bestehe Fluchtgefahr. Deswegen sei die lange Untersuchungshaft seit Sommer 2018 angemessen.

Dem Angeklagten droht eine lebenslängliche Freiheitsstrafe. Ihm wird vorgeworfen, die damals 16-jährige Nicole Denise Schalla am 14.10.1993 auf ihrem Heimweg erwürgt zu haben. Zwei DNA-Spuren belasten Ralf H. Diese wurden auf Folien entdeckt, mit der 1993 Spuren an der erwürgten 16-Jährigen gesichert wurden. Die DNA wurde im unbekleideten Leistenbereich und am Oberschenkel von Nicole entdeckt.

Urteil im Dezember erwartet

Die Ermittler kamen im Sommer 2018 auf Ralf H., weil die durch neue Analysemethoden entdeckte DNA durch die DNA-Datenbank lief. Das Urteil wird für Anfang Dezember erwartet.

Stand: 31.10.2019, 06:26