Rassistische Äußerung: Wie geht es weiter mit Tönnies?

Schalkes Aufsichtsratschef: Clemens Tönnies

Rassistische Äußerung: Wie geht es weiter mit Tönnies?

  • Scharfe Kritik nach rassistischer Äußerung
  • DFB und Schalker Ehrenrat beraten sich
  • Ehrenrat könnte eine Amtsenthebung beschließen

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats von Schalke 04, Clemens Tönnies, hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies. Für diese Aussagen hatte er sich später entschuldigt.

Wer kritisiert Tönnies?

Kritik kommt von vielen Seiten – zuletzt vom Ex-Schalke-Profi Gerald Asamoah: "Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt. Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen", schrieb der 40-Jährige, der gebürtig aus Ghana stammt, am Sonntagabend (04.08.2019).

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Am Samstag (03.08.2019) wurde Tönnies bereits von DFB-Interimschef Reinhard Rauball kritisiert. "Das kann man nicht durchgehen lassen, kommentarlos", sagte Rauball. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) spricht von "dumpfem Rassismus". Sie hatte den DFB aufgefordert, sich mit dem Vorfall zu beschäftigen.

Wo muss sich Tönnies jetzt verantworten?

Der Vorsitzende der DFB-Ethikkommission, Nikolaus Schneider, sagte, dass Tönnies bei der nächsten Sitzung am 15. August Thema sein wird. "Die öffentliche Wirkung ist schlimm", sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD.

Bereits am Dienstag (06.08.2019) soll sich der Schalker Ehrenrat mit dem Aufsichtsratschef befassen.

Welche Konsequenzen drohen Tönnies?

Die DFB-Ethikkommission kann selbst keine Strafe gegen Tönnies aussprechen, den Vorfall aber zur Anklage bei der DFB-Gerichtsbarkeit bringen.

Der Ehrenrat von Schalke 04 hätte die Befugnis zu einer Amtsenthebung des Aufsichtsratschefs.

Tönnies mit Entschuldigung - Ehrenrat berät sich Sportschau 02.08.2019 02:05 Min. Verfügbar bis 02.08.2020 Das Erste

Stand: 05.08.2019, 08:15

Kommentare zum Thema

52 Kommentare

  • 52 Hajogri 06.08.2019, 14:37 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 51 JUKU 06.08.2019, 13:27 Uhr

    Das Wort Rassismus zu gebrauchen ist in der hysterischen deutschen Gesellschaft ein Totschlagargument. Die Berichterstattung darüber in Presse/FS/Radio etc ist mittlerweile nicht mehr neutral sondern mit Überzeugungen/Meinungen der Redakteure (meist links/grün konditioniert) garniert und deshalb oft tendenziös. Die öffentlichen rechtlichen Sender tun sich dabei besonders hervor. Es gibt fast keine Nachrichtensendung ohne moralisierende Hinweise. Tönnies hat halt nicht gemerkt, daß er besser den Mund gehalten hätte. Und zum Schluß: Die Probleme in Afrika mit seinen reichen Bodenschätzen sind dort hausgemacht. Die Kolonialherren waren kaum in den 60er Jahren abgezogen, dann massakrierten sich die Einheimischen (z.B. Belgisch-Kongo) selbst und das bis heute. Afrika muss seine Probleme selbst lösen, unserer Hilfe bedarf es dazu nicht. 6 Billionen $ Entwicklungshilfe sind einfach versickert.

  • 50 Marco 06.08.2019, 12:17 Uhr

    Was würde Herr Tönnies denn sagen, wenn in Deutschland mal komplett der Strom ausfällt? Mehr Kraftwerke bauen um zu verhindern, dass mehr Kinder "produziert" werden? Es muss Konsequenzen geben.

  • 49 Werner 06.08.2019, 12:08 Uhr

    Die Bemerkung als Rassismus zu bezeichnen ist Quatsch, die Bemerkung selbst war allerdings auch Quatsch. Afrika hat ein Problem mit Überbevölkerung, aus der sich reichlich andere Konflikte ergeben; angefangen von Ernährung über politische Verfolgung bis zu Krieg und Bürgerkrieg. Der Knackpunkt kommt später wenn es um Migration und Migranten geht , was man von Flucht und Flüchtlingen sorgsam unterscheiden muss. Egal ob Rechts oder Links, man muss unterscheiden was Sinn ergibt und wo die Übertreibung im Extremismus anfängt. Öffentlich rechtliche Arbeit hat keine professionell kritische Distanz mehr, das ist im wesentlichen Polemik. Aber auch Polemik braucht Argumente, wenn man auch bei Polemik nur die Argumente auswählt, die für die eigene Meinung brauchbar sind. Langsam aber sicher werden diese Argumente brüchig und dann bleiben nur noch unangemessene Worthülsen wie „Rassismus“, „Hass“ oder „Hetze“. Tönnies hat auf ein echtes Problem hingewiesen, allerdings falscher Ort, falsche Art.

  • 48 wuppermann 06.08.2019, 11:49 Uhr

    Er hat sich in seiner Wortwahl vergriffen, ja, aber vom Inhalt her, hat er doch recht. Das hat auch nichts mit rassistisch zu tun. Überbevölkerung, bei gleichzeitig steigender Armut.

    Antworten (1)
    • Seangerd 06.08.2019, 17:55 Uhr

      Doch hat es. Sogar in verschärfter Form. Schade eigentlich, dass sie es nicht erkennen können.

  • 47 Moral treppur 06.08.2019, 11:39 Uhr

    Die Wahrheit sagen,kommt eben schlecht an.schade,dass jeder der das macht,sofort in die berühmte ECKE gestellt wird.soviel zur Meinungsfreiheit in deutschland.

    Antworten (2)
    • nun denn 06.08.2019, 12:37 Uhr

      Worin genau liegt denn die Wahrheit seiner Schlussfolgerung "Wenn es in Afrika jährlich 20 neue Kraftwerke gäbe, dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren"? Ein logischer Zusammenhang erschließt sich mir da nicht. Ferner verstehe ich nicht, warum auch noch die Meinungsfreiheit in Frage gestellt wird.

    • Seangerd 06.08.2019, 14:31 Uhr

      Genau, Tönnies hat keine Wahrheit postuliert; im Ruhrgebiet sagt man auch"rausgehauen". Er hat rassistische Äußerungen gemacht. Dafür sollte er aus dem Verein ausgeschlossen werden. Vielleicht ist dem Verein das Tönnies Geld lieber als Konsequenz. Dann muss der Verein S 04 in Zukunft damit leben als Biotop für Rassisten zu gelten.

  • 46 tff 06.08.2019, 11:36 Uhr

    Er hat doch recht mit seiner Aussage, und wenn Europa wirklich mal sinnvoll z.B: in Solarkraftwerke o.ä. in Afrika investieren würde, wären dort auch Jobs da und die Motivation der Armut nach Europa zu entfliehen weitaus geringer. Also Win-Win für beide Seiten. Nach ja, wenn er bei Schalke gehen muss, nimmt erhoffentlich sein Geld mit und sponsort dann entsprechende Projekte.

    Antworten (1)
    • haternicht 06.08.2019, 12:40 Uhr

      Es ist durchaus richtig, dass derartige Investitionen in Afrika sinnvoll sind. Das hat er aber nicht gesagt. Deshalb hat er auch mit seiner Aussage eben nicht Recht.

  • 45 Wahrheitsucher 06.08.2019, 10:57 Uhr

    Oftmals werden "rassistische" Äußerungen auch provoziert. Meinungen werden klein gemacht und bereits mit Belehrungen einiger Menschenretter und Besserwisser zensiert. Wehe ich habe eine Meinung die dem Mainstream nicht gerecht wird aber belegbar ist, dann bin ich eben der Nazi oder rechtsradikal und im schlimmsten Fall rechtsextremistisch. Man wird eben nieder gemacht.

  • 44 Bürger 2 06.08.2019, 10:53 Uhr

    Berichtet der WDR eigentlich auch genauso prominent darüber, dass Patrick Owomoyela (!) das Spiel des BVB gegen Udine zum Teil im "Hitler-Stil" kommentiert hat? Also ganz konkret auf ein Spiel und auf bestimmte Spieler bezogen und Hitler war ein Massenmörder! Wird hier in der Berichterstattung zweierlei Maß angelegt???

    Antworten (3)
    • WDR.de 06.08.2019, 11:09 Uhr

      Lieber Bürger2, ja, auch darüber haben wir berichtet: https://www1.wdr.de/sport/fussball/erste-bundesliga/bvb-owomoyela-dickel-100.html https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/bvb-owomoyela-dickel-100.html Beste Grüße von WDR.de

    • Seangerd 06.08.2019, 14:24 Uhr

      Ja, der Wdr berichtete. Zudem ist es eine widerwärtigen Angelegenheit, die rassistischen Töne des Tönnies mit den Äußerungen Dickels und Owomoyekas relativieren zu wollen. Die drei genannten sollten umgehend in ihren Vereinen isoliert und ihrer Ämter/Positionen enthoben werden. Unrecht, rassistische Äußerungen usw mit anderen Hassaurufen, Beleidigungen usw relativieren zu wollen ist einfach nur dämlich.

    • Bürger 3 06.08.2019, 14:26 Uhr

      Lieber WDR, meine Frage ging eher dahin, ob der WDR genauso intensiv über Owomoyela wie über Tonnies berichtet - ich finde es sehr viel "krasser", dass jemand mit einem Migrationshintergrund Hitler imitiert als das ein "typischer" reicher, weißer Deutscher. Über Tönnies lese ich hier fast minütlich neue WDR-Berichte über Owomoyela.....eine??? Ist das objektiv oder schwimmt der WDR hier auf der Empörungs-Welle gegen Tönnies einfach mit???

  • 43 Omer 06.08.2019, 10:50 Uhr

    Hallo, Herr Tönnies sollte als eine Person die in der Öffentlichkeit steht, wissen was seine Aussagen und Handlungen bewirken. Wenn er das nicht einschätzen kann, muss er weg von diesem Posten. Dieses war eine Aussage wie es auch die AFD tätigt, und sowas von einem Vereinsvorstand in dem viele Nationalitäten mitspielen. Wehret den Anfängen. In Deutschland gibt es ein latentes Rassismusproblem in allen Bereichen.

    Antworten (1)
    • Wahrheitsucher 06.08.2019, 11:02 Uhr

      Lieber Omer, Welchen Anfängen soll man wehren? Es gibt kein Rassismusproblem, was nicht herbeigeredet wird z. Bsp. von den Opportunisten Rot/Grün, Aktivisten jeglicher Couleur, Wichtigtuern und Meinungsmanipulanten.

  • 42 Bürger 06.08.2019, 10:48 Uhr

    Die Äußerung von Herrn Tönnies war in der Wortwahl deplatziert, in der Sache selbst hat er auf ein enormes Problem hingewiesen, das Politiker aus der grün-roten Ecke gerne totschweigen ----außer, es geht gegen den Papst betreff das Verbot von Verhütung in Afrika, dann holt auch rot-grün das Problem der Überbevölkerung gerne wieder hervor. Ein schönes Beispiel rot-grüner Heuchelei! Abgesehen davon, darf natürlich NICHT verschwiegen werden, dass zuerst auch die Industrieländer (USA, China, Indien, Europa) ihren Teil zum Naturschutz beizutragen haben!!!