Schadensbilanz nach Bombensprengung in Dortmund

von gesprengter Bombe aufgeworfener Sand

Schadensbilanz nach Bombensprengung in Dortmund

Das Ausmaß der Schäden an den Häusern in der Dortmunder Innenstadt hat die Anwohnerinnen und Anwohner überrascht. Laut Stadt Dortmund besteht kein Schadensersatzanspruch.

Ein großer Knall und 160 Tonnen Sand und Wasser, die durch die Luft geschleudert wurden – das ist vorerst das Fazit nach der kontrollierten Sprengung des Bombenblindgängers. Die Aktion selbst war erfolgreich. Allerdings zeigt sich nun erst nach und nach, was die Sprengung noch in Mitleidenschaft gezogen hat.

Gebäudefenster mit teilweise herausgebrochener Scheibe

Gebäudefenster mit teilweise herausgebrochener Scheibe

Besonders getroffen hat es einige Häuser direkt am Schwanenwall. Zerborstene Fensterscheiben, kaputte Rollos und Sand, der in jede Ecke geflogen ist. Solaranlagen hat er zum Teil so bedeckt, dass sie im Moment unbrauchbar sind. Schäden im fünfstelligen Bereich, schätzen Betroffene.

Wer kommt für die Schäden auf?

Das Rechtsamt der Stadt Dortmund hat geprüft, wer für die Schäden aufkommt, die an den benachbarten Häusern und Grundstücken entstanden sind. Ein Schadensersatzanspruch wegen rechtswidrigen schuldhaften Verwaltungshandelns bestehe nicht, so die Stadt Dortmund. Die kontrollierte Sprengung der Bombe sei nach Beurteilung durch die Experten des Kampfmittelräumdienstes geboten und ohne Alternative gewesen. Betroffene sollten sich zunächst an ihren Hausrat- bzw. Gebäudeversicherer wenden und klären, ob Schäden von dort reguliert würden.

Das habe bei Sprengungen in anderen Städten bisher problemlos funktioniert, da sind sich der Verband der Versicherungen und die Verbraucherzentrale NRW einig. Die Versicherungswirtschaft will dieses Verhalten als Kulanz der Unternehmen verstanden wissen, denn Kriegsschäden - und dazu zählt der Verband Weltkriegsbomben - seien eigentlich grundsätzlich nicht versichert. Sollte es trotz der Ankündigung der Versicherungen noch Probleme geben, will die Stadt Dortmund helfen.

Kampfmittelbeseitigung mit Ablauf der Sprengung zufrieden

Karl-Friedrich Schröder vom Kampfmittelbeseitigungsdienst ist mit dem Ablauf der Sprengung zufrieden. Das Ausmaß der Schäden ist für ihn vertretbar: Ganz ohne gehe es eben nicht. Sprengen mussten seine Kolleginnen, Kollegen und er die Bombe, weil der Zünder zu stark beschädigt war, um sie zu entschärfen. Über 7.000 Dortmunderinnen und Dortmunder mussten im Rahmen der Evakuierung ihre Wohnungen verlassen.

Stand: 18.08.2021, 15:31