17-Jährige aus Unna will Politik verändern

Eine junge Frau steht vor einem Bildschirm mit einem Weiblich-Symbol und zeigt in die Kamera

17-Jährige aus Unna will Politik verändern

Von Silke Hempel

  • Sarah Heinrich sorgte mit einem Tweet gegen Kinderarmut für Aufsehen
  • Die 17-Jährige gründete vor zwei Jahren die Grüne Jugend in Unna
  • Die Schülerin engagiert sich auch für den Klimaschutz

Sie steht für den Klimaschutz auf der Straße, sitzt in Talksendungen und setzt sich in Radiosendern für ihre Ziele ein: Sarah Heinrich, 17 Jahre alt. Seit ihrem 15. Lebensjahr ist sie bereits politisch aktiv. Sie engagierte sich erst in der Evangelischen Kirche, dann gründete sie die Grüne Jugend in Unna, bei der sie auch heute noch aktiv ist.

Sarah lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter in Unna von Hartz IV - und das ist ein Motor für ihr Engagement. „Als ich verstanden habe, dass Armut eine politische Sache ist, die von Menschen gemacht wird, und von Menschen geändert werden kann, fiel mir ein Stein vom Herzen. Weil ich dann wusste, dass ich nicht schuld an meiner Situation bin. Auf der anderen Seite hat es mich dazu angetrieben zu sagen, hey, dann muss ich jetzt politisch was ändern.“

Einsatz gegen Kinderarmut

Ihre eigene Situation machte Sarah vor einem Jahr in einem Tweet gegen Kinderarmut öffentlich und bekam viel Zuspruch. „Ganz oft bleiben Menschen, die in Kinderarmut geboren werden später in der Armutsspirale stecken. Das passiert auch durch verschiedenste Hartz IV-Regelungen und das find ich nicht fair.“

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Auch sie musste oft zurückstecken. Geld für Sportvereine oder Klassenfahrten musste sie häufig beantragen, aber auch das klappte nicht immer. Sarah kämpft aber nicht nur für sich, denn bald wohnt sie nicht mehr zuhause, sondern will für ihr Studium nach Köln. „Ich bin jetzt 17 und bald raus - und deswegen geht es mir gar nicht mehr um mich, sondern um die Generation, die nach mir kommt.“

Für das Klima und die Zukunft

Sarah Heinrich macht in diesem Jahr Abitur, wahrscheinlich wird es ein guter Einser-Schnitt. Damit will sie in Köln Sozialwissenschaften studieren. Aber es sind nicht nur die sozialen Themen, die sie voran treiben will, auch der Klimaschutz ist ihr wichtig.

Sie engagiert sich in der Organisationgruppe, die Schüler mobilisieren, an den „Fridays for Future“-Demonstrationen teilzunehmen. Nach dem Vorbild von Greta Thunberg aus Schweden streiken das Schüler freitags ab der dritten Stunde für den Klimaschutz. Das sei wichtig, denn „wir müssen ja mit den Folgen des Klimawandels leben“, sagt Sarah.

Ob sie Politikerin werden will? Vielleicht. Nur schon jetzt für eine große Karriere im Bundestag zu arbeiten ist nicht ihr Ding. Viel wichtiger ist es ihr, sich weiter politisch für ihre Ziele einzusetzen.

Schüler und Studenten streiken fürs Klima Lokalzeit Münsterland 18.01.2019 02:37 Min. Verfügbar bis 18.01.2020 WDR Von Hartmut Vollmari

Stand: 01.02.2019, 10:20