Entwarnung nach Panne in Essener Müllheizkraftwerk

Luftbild vom Müllheizkraftwerk in Essen-Karnap

Entwarnung nach Panne in Essener Müllheizkraftwerk

  • Stadt und RWE: keine Gesundheitsgefahr
  • Proben des Umweltamts unter den Grenzwerten
  • Trotzdem weiter Reinigungsarbeiten

Nach dem Vorfall im Müllheizkraftwerk Essen-Karnap haben die Stadt Essen und Betreiber RWE am Freitag (08.02.2019) Entwarnung gegeben: Von dem am Montag bei einem Betriebsunfall am Kraftwerk ausgetretenen Aktivkoks-Granulat sei zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt ausgegangen.

Auf Dioxine und PCB untersucht

Das Landesumweltamt LANUV hatte unmittelbar nach dem Vorfall Proben des Granulats genommen, das in einem Wohngebiet in der Nähe des Kraftwerks herunterkam. RWE hatte Anwohner aufgefordert, das Granulat nicht anzufassen und Schuhe zu reinigen. Vermutet wurden erhöhte Dioxin- und PCB-Werte. Die jetzt ermittelten Werte haben sämtliche Prüf- und Grenzwerte aber sehr deutlich unterschritten.

Essen warnt vor Filterpartikeln

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 05.02.2019 05:20 Min. Verfügbar bis 05.02.2024 WDR 5 Von Alexandra Rank

Download

Die Analyseergebnisse entsprächen der üblichen Grundbelastung der Umwelt, so das LANUV. Besonders strenge Grenzwerte wie etwa die Bodenschutz-Prüfwerte für Spielplätze seien um das 20-fache unterschritten worden. Anwohner könnten ihre Grundstücke und sämtliche Flächen rund um das Kraftwerk uneingeschränkt nutzen.

RWE dankt Anwohnern

"Wir bedanken uns bei unseren Nachbarn, die bei den vielen persönlichen Gesprächen in den vergangenen Tagen sehr verständnisvoll reagiert haben", so der Leiter des Müllheizkraftwerks, Niklas Clemens. "Der Vorgang ist bedauerlich, zumal wir über eine der modernsten Reinigungsanlagen ihrer Art verfügen."

Trotz der Entwarnung werde man auf Wunsch weiter Flächen säubern, wenn Anwohner sich über die nach wie vor bestehende Bürgerhotline des Kraftwerks (0201– 838 63205) melden. Das Kraftwerk selbst soll in den kommenden Tagen wieder in Betrieb genommen werden. In den vergangenen Tagen hatten sich rund 90 Anwohner an die Bürgerhotline gewandt. Das Granulat war ausgetreten, weil eine Filteranlage defekt war.

Stand: 08.02.2019, 16:09