Demo vor RWE-Hauptversammlung in Essen

Demo vor RWE-Hauptversammlung in Essen

  • RWE-Chef wirbt für Geschäft mit Eon
  • RWE-Tochter Innogy soll zerschlagen werden
  • Braunkohle- und Atomkraftgegner demonstrieren

RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz hat am Donnerstag (26.04.2018) vor den Aktionären des Energiekonzerns für das geplante Geschäft mit Konkurrent Eon geworben, das zur Zerschlagung der Tochter Innogy führen wird. Die Vereinbarung mit Eon bringe für RWE strategisch und finanziell die größten Potenziale mit sich, so Schmitz.

Gerade im Bereich der erneuerbaren Energien entscheide eine schlagkräftige Größe über den Erfolg, sagte Schmitz. Diese hätten weder Innogy noch Eon. Die Zusammenführung der Erneuerbaren beider Unternehmen unter dem Dach von RWE sorge für die nötige Schlagkraft.

Proteste von Atomkraft- und Braunkohlegegnern

Schon vor der Hauptversammlung haben bereits wieder Atomkraft- und Braunkohlegegner demonstriert. Sie werfen RWE vor, mit seinen Braunkohlekraftwerken besonders stark zum Klimawandel beizutragen. Außerdem befürchten sie, RWE könnte durch den gaplanten Deal so mächtig werde, dass das Unternehmen versuchen könnte, einen Kohleausstieg zu verschleppen.

RWE will sich künftig ganz auf die Stromproduktion aus konventionellen und erneuerbaren Energien konzentrieren. Eon soll nur noch Strom- und Gasnetze sowie das Geschäft mit den Endkunden betreiben. Damit dies möglich wird, soll die gerade einmal zwei Jahre alte Tochter Innogy, an der RWE noch gut 77 Prozent hält, schon wieder verschwinden.

Eon will dazu in einem ersten Schritt Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen mit knapp 17 Prozent beteiligen. Eon würde das lukrative Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden. Abgeschlossen werden soll der Deal bis Ende 2019.

Stand: 26.04.2018, 10:45