Rückendeckung für Ruhrtriennale-Chefin: Offener Brief an Laschet

Christoph Marthaler (links) und Stefanie Carp, Ruhrtriennale

Rückendeckung für Ruhrtriennale-Chefin: Offener Brief an Laschet

  • Streit um Ruhrtriennale geht weiter
  • Offener Brief an Ministerpräsident Laschet
  • Künstler wollen "respektvolle Auseinandersetzung"

In einem offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisiert der Schweizer Musiktheater-Regisseur Christoph Marthaler die Absage des Politikers für die diesjährige Ruhrtriennale.

Hintergrund für die Absage war der Streit um die Einladung der schottischen Band "Young Fathers". Sie sollen der sogenannten BDS-Bewegung nahestehen, die für einen Boykott Israels eintritt (auf Deutsch: Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen).

Kritik an Laschets Fernbleiben

Regisseur Marthaler wirft dem Ministerpräsidenten in seinem offenen Brief vor, sich mit seinem Fernbleiben der Debatte zu entziehen und somit darauf zu verzichten, die Stimmen der beteiligten Künstler und Besucher zu hören.

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WDR 3 Resonanzen | 09.08.2018 | 07:21 Min.

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Der Schweizer und das Ensemble der Ruhrtriennale-Produktion "Universe, incomplete" bitten in ihrem Brief um eine "respektvolle, die Umstände der Ereignisse korrekt einordnende Auseinandersetzung mit der entstandenen Problematik sowie gelebte Wertschätzung". Dazu gehöre, dass der Ministerpräsident persönlich komme und "nicht durch Verweigerung eine Symbolik betreibt, die alle kritische Auseinandersetzung verunmöglicht", schreibt Marthaler.

Intendantin "zu Unrecht diskreditiert"

Stefanie Carp, die Intendantin der Ruhrtriennale, bei einer Pressekonferenz

Stefanie Carp, die Intendantin der Ruhrtriennale

Stefanie Carp werde durch die Antisemitismusvorwürfe zu Unrecht diskreditiert. "Wenn es eine, den unterstellten Tendenzen des Antisemitismus absolut entgegenstehende, dafür im wahrsten Sinne des Wortes kosmopolitisch agierende Persönlichkeit im Bereich des Theaters gibt, dann ist dies für mich Stefanie Carp", betont der Regisseur in dem Schreiben, das der Deutschen Presseagentur vorliegt. Es bedrücke ihn, dass Gegenteiliges derart in Umlauf geraten sei.

Das Kulturfestival in den alten Industrieanlagen des Ruhrgebiets geht noch bis zum 23. September 2018.

Stand: 12.08.2018, 11:28