Katastrophenhelfer aus Beirut zurück in NRW

Das zerstörte Hafenviertel nach der Explosion in Beirut

Katastrophenhelfer aus Beirut zurück in NRW

  • Viele Katastrophenhelfer aus Beirut zurück
  • Suche nach Verletzten und Verschütteten
  • Zwölf Mitarbeiter noch vor Ort

Die meisten Helfer der Duisburger Organisation I.S.A.R. Germany und dem Technischen Hilfswerk (THW) sind nach den verheerenden Explosionen in Beirut am Montag (10.08.2020) von ihrem Einsatz nach Deutschland zurückgekehrt, wie die Organisationen mitteilten. Die 50 Einsatzkräfte waren vergangene Woche in den Libanon geflogen, um dort nach Verschütteten und Verletzten zu suchen.

Helfer waren vier Tage im Einsatz

Der Leiter des I.S.A.R.-Teams, Michael Lesmeister, zeigte sich vom Ausmaß der Zerstörung betroffen: "So etwas habe ich in 25 Jahren noch nicht gesehen." Ganze Häuserfassaden seien durch die Explosion weggerissen worden, überall lägen Schutt und Trümmer.

Die sieben Ärzte, Gefahrgutexperten und Logistiker von Isar Germany waren gemeinsam mit 43 Rettungs- und Bergungsspezialisten des THW im Rahmen der EU-Katastrophenschutzhilfe vier Tage in Beirut im Einsatz. Sie durchforsteten mit Suchhunden und Ortungsgeräten die Trümmer nach Verschütteten. "Leider haben wir keine gefunden", sagte Lesmeister.

Zwölf Mitarbeiter noch vor Ort

Von den Protesten der Bevölkerung gegen die Regierung bekamen die Helfer laut Lesmeister nicht viel mit. "Wir waren in einem absolut ruhigen Viertel untergebracht." Nur einmal hätten die Behörden die ausländischen Helfer vorsichtshalber gebeten, ihr Quartier nicht zu verlassen. Lesmeister zeigte sich beeindruckt von der Offenheit und Herzlichkeit der Bevölkerung. "Wir wurden mit Schulterklopfen empfangen." Zehn Mitarbeiter des THW und zwei von Isar Germany sind laut Lesmeister noch in Beirut, um Gebäude auf ihre Substanz und Einsturzgefahr zu prüfen.

Bei zwei gewaltigen Explosionen in der libanesischen Hauptstadt Beirut waren vergangene Woche mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 6.000 weitere verletzt worden. Nach Regierungsangaben waren 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert, das jahrelang ungesichert gelagert worden war.

Stand: 11.08.2020, 18:56

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