Rot-Weiss Essen eröffnet Fan-Friedhof

Ein Friedhof mit rot-weißen Sitzschalen und einem Flutlicht als Tisch

Rot-Weiss Essen eröffnet Fan-Friedhof

Von Renée Severin

  • 70 Grabstätten für Urnen und Särge
  • Fans werden neben Vereinsgründer bestattet
  • Gräber in Rot-Weiß gestaltet
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Fans des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen können sich jetzt über ihr Lebensende hinaus mit dem Verein verbinden.

In Essen-Borbeck eröffnet der Traditionsverein am Mittwoch (21.08.2019) gemeinsam mit der Kirchengemeinde Essen-Borbeck-Vogelheim einen Fan-Friedhof. Neben ähnlichen Projekten aus Gelsenkirchen und Hamburg ist der Essener Fan-Friedhof der dritte in Deutschland.

Friedhof ist besonders für RWE-Fans

Auf dem Matthäusfriedhof in Essen gibt es ab jetzt zwei neue Gemeinschaftsfelder: Das "Georg-Melches-Grabfeld" für Urnen und das "Gemeinschaftsfeld 1907" für Särge. Sie liegen direkt neben der Familiengrabstätte des Vereinsgründers Georg Melches.

Der Friedhof ist für einige Fans schon lange ein besonderer Ort: Vor wichtigen Spielen ihrer Mannschaft besuchen sie regelmäßig das Grab des Vereinsgründers.

Friedhof schon länger geplant

Sein Grab ist der Grund für den Fan-Friedhof: Bereits 2011 hatten Rot-Weiss Essen und die Kirchengemeinde die Idee zum Projekt, hatten sie aber verworfen.

2018 sollte das Verfügungsrecht über die Grabstätte Georg Melches' auslaufen, das damals Rot-Weiss Essen hatte. Der Verein und die Kirchengemeinde haben sich dann entschieden, aus der Grabstätte eine Gedenkstätte zu machen - inklusive Fan-Friedhof.

70 Grabstätten in Rot-Weiß

Die Verantwortung liegt jetzt bei der Kirchengemeinde. Insgesamt hat sie auf dem Matthäusfriedhof 70 Fan-Grabstätten hergerichtet. Dazu hat sie originale Sitzschalen aus dem Georg-Melches-Stadion und eine zum Tisch umfunktionierte Flutlichtlampe für eine Sitzgruppe angeschafft.

Damit der Friedhof einheitlich bleibt, gibt es einige Vorgaben für die Fan-Gräber: Sie alle müssen einen runden, liegenden weißen Pultstein mit einem roten Zierband haben. Darauf stehen dann in roter Schrift der Name sowie das Geburts- und Sterbedatum der verstorbenen Person. Die Gemeinde bepflanzt die Gräber außerdem mit rot-weißen Pflanzen.

Erste Reservierungen schon eingegangen

Bisher haben vier Fans ihre Grabstätten auf dem Friedhof reserviert. "Der Altersdurchschnitt ist mit circa 35 Jahren noch recht jung", sagt Daniel Stender von der Kirchengemeinde. Bis es die ersten Fan-Bestattungen gibt, könne es also theoretisch noch dauern.

Bis dahin rechnet die Gemeinde mit noch mehr Reservierungen. Um auf Friedhof beerdigt zu werden, müssen die RWE-Fans laut Kirchengemeinde aber nicht zwangsläufig evangelisch sein: "Wir schicken keine Toten weg."

Fankultur und Konflikte im deutschen Fußball

Sportschau 17.12.2018 02:07 Min. Verfügbar bis 17.12.2019 ARD

Stand: 21.08.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

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1 Kommentar

  • 1 Werner 22.08.2019, 12:43 Uhr

    Ich sehe das als Verrücktheit an – aber als „Verrücktheit“ die niemanden schadet und dann geht das in Ordnung, wenn es die Leute glücklich macht. Auch Konflikte mit der Pietät sehe ich nicht und abgesehen von wenigen besonders frommen Zeitgenossen dürfte das für die Mehrheit gelten. So meine persönliche Einschätzung, die man in dieser Kommentarfunktion bestätigen oder der man widersprechen kann.

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