Bochumer Klinik stellt gedankengesteuerten Rollstuhl vor

Querschnittgelähmter Patient steuert seinen Rollstuhl mit Gedanken, begleitet von Medizinern des Bochumer Bergmannsheil

Bochumer Klinik stellt gedankengesteuerten Rollstuhl vor

  • Bochumer Krankenhaus hat neue Technik getestet
  • Patienten steuern Rollstuhl über Kopfhaube
  • Verfahren soll bald serienreif sein

Am Krankenhaus Bergmannsheil in Bochum ist am Montag (17.06.2019) ein neues Forschungsprojekt für Querschnittsgelähmte vorgestellt worden. Betroffene sollen einen Rollstuhl nur mit ihren Gedanken lenken können.

Computer erfasst Gehirnströme über Haube

Manouchehr Sarshar ist seit zehn Jahren querschnittsgelähmt. Der 59-jährige Bochumer sitzt seit einem schweren Autounfall im Rollstuhl. Den kann er seit vier Wochen aber nun allein mit seiner Gedankenkraft steuern.

Sarshar trägt eine Haube, die die Gehirnströme messen kann. Über einen Computer werden die dann an den Rollstuhl weitergeleitet, der dann die Gedanken tatsächlich in Bewegungen umsetzt.

Erwachsen werden mit Querschnittslähmung Menschen hautnah 25.04.2019 44:08 Min. UT Verfügbar bis 25.04.2020 WDR

Bergmannsheil erste Test-Klinik

Drei Monate lang hat der Patient die neu entwickelte Technik mehrfach die Woche trainiert in einem Hindernisparcours. Den kann Manouchehr Sarshar jetzt problemlos durchqueren. Neun andere ebenfalls querschnittsgelähmte Patienten nehmen ebenfalls an dem Forschungsprojekt teil.

Die Technik selbst wurde zunächst von Forschern in der Schweiz entwickelt. Das Bergmannsheil ist aber die erste Klinik, die das Verfahren getestet hat und nun auch weiter testen wird. Ziel ist es, die gedankengesteuerte Rollstühle in ein paar Jahren serienreif zu machen.

Stand: 17.06.2019, 12:55