Schwierige Suche: Junge Frau stirbt in Bochumer Park

Veränderung: Vom Stahlwerk zum Bochumer Westpark

Schwierige Suche: Junge Frau stirbt in Bochumer Park

  • Junge Frau auf Brachgelände nähe Westpark zusammengebrochen
  • Einsatz für Rettungskräfte wegen unwegsamem Gelände schwierig
  • 22-Jährige stirbt im Krankenhaus

In der Nacht zu Sonntag (12.07.2020) kam es zu einer aufwendigen Rettungsaktion auf dem Brachgelände zwischen Westpark und Malteserstraße in Bochum-Stahlhausen. Laut Feuerwehr musste eine junge Frau wiederbelebt und anschließend durch unwegsames Gelände transportiert werden. Sie starb im Krankenhaus.

Polizeihubschrauber musste Einsatzort suchen

Gegen 1 Uhr sei die 22-Jährige, die laut Feuerwehr gemeinsam mit zwei jungen Männern (21 und 22) auf dem Gelände unterwegs war, plötzlich zusammengebrochen. Um kurz nach 1 Uhr meldete demnach einer ihrer Begleiter den Notfall im Bereich des Westparks über den Notruf der Polizei. Genaue Ortsangaben habe er dabei nicht machen können.

Mehrere Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Polizei hätten daraufhin versucht, die drei Personen zu finden. Auch mit einem Polizeihubschrauber sei das Gelände abgesucht worden. Aber erst, als einer der beiden Männer zufällig auf einen Streifenwagen getroffen war, hätten die Rettungskräfte den Unfallort erreicht.

"Extrem aufwendige Rettung"

Vor Ort sei sofort mit der Wiederbelebung der jungen Frau begonnen worden, so die Feuerwehr. Außerdem seien weitere Einsatzkräfte angefordert worden, um die Frau von der Industriebrache abtransportieren zu können. Es sei klar gewesen, "dass eine extrem aufwendige Rettung bevorstand". Mit einem Motortrennschleifer, einem Bolzenschneider sowie einem Spreitzgerät mussten demnach mehrere Zäune sowie Stacheldrahtbahnen entfernt werden.

Zudem habe an der Einsatzstelle durch alte Schächte akute Absturzgefahr für die Rettungskräfte bestanden. Erst nach rund zwei Stunden habe man die Frau auf einer Trage über mehrere hundert Meter durch das unwegsame Gelände zum bereitstehenden Rettungswagen bringen können.

Nach Angaben der Feuerwehr ist die junge Frau im Krankenhaus gestorben. Ihre beiden Begleiter mussten demnach vom Rettungsdienst sowie von einer Notfallseelsorgerin betreut werden. Beide wurden ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht.

Gruppe womöglich auf der Suche nach "lost places"

Zur genauen Ursache für das tragische Ereignis hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Sie geht derzeit von einem medizinischen Notfall als Todesursache aus. Laut eines Polizeiprechers kommen die drei jungen Erwachsenen aus dem Kölner Raum und waren in Bochum, um sich die Industrieruine anzusehen. Solche Orte werden auch als "lost places" bezeichnet, also verlorene beziehungsweise vergessene Orte.

Laut Polizei hat es auf dem brachliegenden Bochumer Gelände in der Vergangenheit schon mehrere schwere Unfälle gegeben - darunter auch Todesfälle.

Stand: 12.07.2020, 13:42