Dortmunder Neonazis kündigen weitere Demos an

Blockade einer Nazi-Demo in Dortmund

Dortmunder Neonazis kündigen weitere Demos an

Von Christof Voigt

  • Neonazis kündigen regelmäßige Demos an
  • Gezielt in Stadtteil mit hohem Migrantenanteil
  • Polizei hofft auf friedlichen Gegenprotest

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange fordert friedliche Proteste gegen Rechtsextremisten. Die haben angekündigt ab Montag (30.09.2019) wöchentlich in der Nordstadt zu demonstrieren. Nach Einschätzung der Polizei wollen sie damit in dem Stadtteil, in dem viele Einwanderer leben, vor allem provozieren.

Polizeipräsident freut sich über friedlichen Protest

Die Dortmunder Polizei macht sich Sorgen, dass die Rechtsextremen mit ihren Demonstrationen gewalttätige Gegenproteste provozieren könnten. Der Dortmunder Polizeipräsiden Gregor Lange warnt eindringlich davor, den Neonazis "auf den Leim" zu gehen.

Polizeipräsident Lange zu rechten Demos

Lokalzeit aus Dortmund 26.09.2019 00:19 Min. Verfügbar bis 26.09.2020 WDR

Sollten die Proteste gegen die Neonazis eskalieren, würden die Neonazis damit Schlagzeilen machen und davon profitieren. Lange betonte, dass die Polizei jeden friedlichen Protest gegen die Rechtsextremen begrüßt und schützen werde.

Bereits in der vergangenen Woche (20.09.2019) war es bei einer Demonstration der Neonazis in der Nordstadt zu teils heftigen Szenen gekommen, mehrfach gelang es Nazi-Gegnern die Strecke der Rechten zu blockieren, die Stimmung war aufgeheizt. Ähnliche Proteste soll es kommenden Montag ebenfalls geben.

Strenge Auflagen für die Neonazis

Um die Provokationen der Rechtsextremen so gering wie möglich zu halten, will die Polizei strenge Auflagen für deren Kundgebungen erlassen. So dürfen bestimmte Parolen nicht gerufen werden, etwa "Dortmund-Dorstfeld – Nazi-Kiez".

Diese Auflagen sind rechtmäßig, das hat in dieser Woche das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht bestätigt. Die Polizei hat angekündigt eine "Null Toleranz"-Linie gegen die Rechtsextremen zu fahren.

Nazis reagieren auf Graffiti-Aktion

Den angekündigten Demo-Marathon der Neonazis wertete die Dortmunder Polizei als Reaktion auf eine Graffiti-Aktion der Stadt Dortmund. Die hatte eine riesige "Nazi-Kiez"-Schmiererei im Stadtteil Dorstfeld mit einem bunten Graffiti übermalen lassen.

Das habe die Rechtsextremen tief getroffen, sagte Gregor Lange dem WDR. Er rechnet in den kommenden Wochen mit einem besonders aggressiven Auftreten der Dortmunder Neonazi-Szene.

Stand: 26.09.2019, 17:54