Thorsten W. - Mutmaßlicher rechtsextremer Terrorhelfer aus Hamm

Das Facebook-Profilbild von Thorsten W.

Thorsten W. - Mutmaßlicher rechtsextremer Terrorhelfer aus Hamm

Von Christof Voigt

  • Nachbarn beschreiben ihn als unauffällig
  • Faible für Germanen-Kult
  • Soll rechtsextreme Terrorgruppe unterstützen

Thorsten W. aus Hamm sitzt seit vergangenem Freitag (14.02.2020) in Haft. Er soll einer Gruppe von rechtsextremen Terrorverdächtigen angehören. Anders als weitere Beschuldigte, scheint der 50-jährige Verwaltungsbeamte der Hammer Polizei bislang kaum Kontakte zum organisierten Rechtsextremismus gehabt zu haben. Er soll die rechtsterroristische „Gruppe S.“ unterstützt haben. Für Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) sei diese Nachricht ein Schock gewesen. Er sei persönlich "tief betroffen".

Terroristische Posts geteilt

Nach Recherchen des SWR soll der Verdächtige Posts geteilt haben, in denen Polizisten aufgefordert wurden, ihre Dienstwaffen gegen "Gesindel" einzusetzen und in denen zu Terroranschlägen aufgerufen wurde. Das Polizeipräsidium im nordrhein-westfälischen Hamm wollte sich dem Bericht zufolge mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu den Posts äußern.

Ein scheinbar unauffälliger Nachbar

Thorsten W. wohnt in einer beschaulichen Siedlung im Südosten von Hamm. Hier stehen viele Einfamilienhäuser aus den siebziger Jahren. In einem der wenigen Mehrfamilienhäuser hat W. eine Eigentumswohnung, dort leben noch drei andere Familien. Etwas Negatives kann von denen niemand über ihren Nachbarn sagen, wirklich über Thorsten W. sprechen möchte aber auch niemand. Sie seien alle geschockt.

Kein Widerstand bei Festnahme

Eine Nachbarin erzählt von der Durchsuchung seiner Wohnung und seines Kellers am frühen Freitagmorgen (14.02.2020). Die habe insgesamt sieben Stunden gedauert. Bei der Festnahme durch Spezialkräfte der Polizei habe W. keinen Widerstand geleistet.

Runenzeichen auf dem Auto des mutmaßlichen Terrorhelfers

Germanische Runen an seinem Auto

Der Mann sei eigentlich immer freundlich gewesen. Auffällig sei nur sein Faible für Wikingerkostüme gewesen. Damit ist er wohl häufig auf Mittelaltermärkte und Ritterfestivals gefahren, das erzählen auch andere Nachbarn.

Bislang nicht in Nazi-Strukturen aufgefallen

Völlig unklar ist zurzeit noch der Weg von Thorsten W. in den militanten, terroristischen Rechtsextremismus. Wie und wo hat er die anderen Mitglieder der unter Terrorverdacht stehenden „Gruppe S.“ kennengelernt?

Combat 18: "Verbot ist ein richtiges Symbol"

WDR 5 Morgenecho - Interview 24.01.2020 05:33 Min. Verfügbar bis 23.01.2021 WDR 5


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Rechtsextreme Gruppe: "Neue Bedrohungsqualität"

WDR 5 Westblick - Interview 17.02.2020 04:33 Min. Verfügbar bis 16.02.2021 WDR 5


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In regionalen Neonazi-Strukturen ist der Polizei-Verwaltungsbeamte bislang nicht aufgefallen. Auch wie Thorsten W. die Terrorgruppe unterstützen wollte, ob mit Geld, Waffen oder ob er sich sogar an einem Anschlag beteiligen wollte, ist noch nicht bekannt.

Opposition im Landtag fordert Aufklärung

Jetzt fordert die Opposition im Landtag Aufklärung. Sie will unter anderem von Innenminister Herbert Reul (CDU) unter anderem wissen, ob Thorsten W. als Verwaltungsbeamter der Polizei Zugriff auf sensible Daten hatte, etwa Einsatzpläne der Polizei. 

Stand: 28.02.2020, 17:52