Die Internationalisierung der Rechten in Dortmund

Rechtsextreme bei einer Demonstration in Sofia

Die Internationalisierung der Rechten in Dortmund

  • Verfassungsschutz beobachtet Internationalisierung rechtsextremer Gruppen
  • Dortmunder Szene spielt eine Hauptrolle
  • Führendes Mitglied nimmt an Schießübungen teil

Rechtsextreme aus halb Europa wollen am Samstag (14.04.2018) in Dortmund auf die Straße gehen. Die Dortmunder Szene spielt bei der Internationalisierung der Szene eine führende Rolle.

Unsere Recherche beginnt Anfang November. Da treffen sich in einem Gewerbegebiet in Schwerte 150 Rechtsextremisten. Heimlich, ohne Öffentlichkeit. Nicht einmal die Polizei im Kreis Unna weiß, dass sie sich hier versammeln. Das bestätigt uns die Leitstelle.

Auftakt für Europa-Kampagne

Später veröffentlichen die Neonazis Bilder der Veranstaltung im Internet. Viele führende Köpfe aus Westdeutschland sind da zu sehen – aber auch Vertreter extrem rechter Organisationen aus Bulgarien, Ungarn, Frankreich oder Russland. Es ist der Auftakt einer Kampagne, die sie "Europa erwache!" nennen.   

Gemeinsamer Nenner: "Weißes Europa"

Bernd Wagner im Interview

Bernd Wagner kennt in ganz Deutschland Aussteiger aus der Neonazi-Szene. Auch in Dortmund. Seit Jahren arbeitet er mit Menschen, die raus wollen aus der Szene. Er weiß, was die extreme Rechte international verbindet. "Es geht um die Reinheit der arischen Rasse, also mit allen Leuten, die weiß sind, soll kooperiert werden, um gegen die Demokratie, die ja in ihren Augen das Multikulturelle verkörpert, vorgehen zu können", sagt Wagner.

Und genauso hetzen die Rechtsextremisten auf ihren Kundgebungen. Seit dem Auftakt ihrer Kampagne in Schwerte sind die Dortmunder Neonazis fast wöchentlich auf der Straße. Und versuchen, Ängste vor einer drohenden Islamisierung Europas zu schüren.

So benutzen sie immer wieder den Begriff von einem "weißen Europa", eine rassistische Idee, die es schon lange gibt. Jetzt soll dieser Hass gebündelt werden. Überall in Europa vernetzen sich zurzeit militante Neonazis. Laut nordrhein-westfälischem Verfassungsschutz spielt die Dortmunder Szene dabei in Deutschland eine führende Rolle.

Dortmunder Szene vernetzt sich europaweit

Zum Beispiel veranstaltete ein Dortmunder Rechtsextremist im Oktober einen sogenannten Kampf der Nibelungen. Hunderte Neonazis, Rocker und Hooligans trafen sich in einer Schützenhalle im Kreis Olpe zu einer der größten rechtsextremistischen, europaweiten Kampfsportveranstaltungen.

Lesen Sie im zweiten Teil, warum Beobachter eine neue Terrorgefahr befürchten:

Stand: 13.04.2018, 19:45