Karstadt-Kaufhof-Fusion: Zustimmung und Angst

Karstadt-Kaufhof-Fusion: Zustimmung und Angst

  • Karstadt und Kaufhof dürfen fusionieren
  • Konzerne loben Entscheidung
  • Gewerkschaft und Betriebsrat sorgen sich um Arbeitsplätze

Die Warenhäuser Karstadt und Kaufhof dürfen fusionieren. Das Bundeskartellamt hat keine Bedenken und am Freitag (09.11.2018) den Plänen der Konzerne zugestimmt.

"Kluge und strategisch sinnvolle Entscheidung"

Die Muttergesellschaft von Kaufhof, die kanadische Hudson's Bay Company (HBC), begrüßt die Entscheidung: "Der Zusammenschluss ist eine kluge und strategisch sinnvolle Entscheidung und schafft für beide Unternehmen die Voraussetzungen, das Geschäft zu stärken und die Herausforderungen im deutschen Einzelhandel zu meistern."

Man werde sich nun darauf konzentrieren, die Details der Struktur des Joint Ventures auszuarbeiten und sei zuversichtlich, die Transaktion im geplanten Zeitraum abschließen zu können, so HBC. Der Karstadt-Konzern hat sich noch nicht geäußert, doch der Tenor dürfte ähnlich sein.

Betriebsrat: Nerven liegen blank

René Benko

Karstadt-Eigner René Benko

Wenig Euphorie gibt es aufseiten der Arbeitnehmer. Ein Karstadt-Betriebsrat in Essen: "Bei den Mitarbeitern liegen die Nerven blank." Keiner wisse, wie es weitergeht. Karstadt-Eigner René Benko hatte bislang stets betont, von einem massiven Stellenabbau abzusehen und um jede Filiale kämpfen zu wollen.

Dass jede Filiale überleben wird, glaubt Torsten Gerpott, Wirtschaftswissenschaftler an der Uni Duisburg-Essen, nicht: "Man wird sicherlich gucken, wo gibt es Standortüberlappungen?" Zum Beispiel gäbe es in Duisburg eine Karstadt- und eine Kaufhof-Filiale, die eng beieinander liegen. Gerpott geht davon aus, dass eine vierstellige Arbeitsplatzzahl wegfällt.

Stand: 09.11.2018, 12:37