Diskussion um Bochumer Studie zur Polizeigewalt

Zwei Polizei-Schutzwesten mit der Aufschrift Polizei von hinten.

Diskussion um Bochumer Studie zur Polizeigewalt

Eine anonyme Online-Befragung der Ruhr-Universität Bochum zu möglicher rechtswidriger Polizeigewalt ist gestartet. Von der Polizeigewerkschaft wird das Verfahren kritisiert.

Eine neue Studie der Ruhr-Universität Bochum zu möglicherweise rechtswidriger Polizeigewalt wird von Amnesty International positiv gesehen. Opfer können dabei von Donnerstag (08.11.2018) an online mit einem Fragebogen von ihren Erfahrungen berichten.

Amnesty begrüßt Studie - Gewerkschaft übt Kritik

Die Menschenrechtsorganisation hofft, dass sich damit auch Betroffene zu Wort melden, die bislang geschwiegen haben. Philipp Krüger kümmert sich bei Amnesty International um das Thema Polizei und hat an Vorbereitungstreffen zur Studie teilgenommen: "Wir wissen, dass es ein großes Dunkelfeld gibt und wir erhoffen uns natürlich davon Erkenntnisse darüber, wie groß dieses Dunkelfeld tatsächlich ist."

Kritik an der Studie kommt dagegen von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Der NRW-Vorsitzende Erich Rettinghaus glaubt nicht, dass das Verfahren brauchbare Ergebnisse liefert, da die Befragung anonym verläuft: "Wie möchte man da an empirisch verlässliche Zahlen kommen, um das auch wirklich zu belegen?“

Anonyme Online-Befragung

Die Daten zu der Studie werden über einen anonymen Online-Fragebogen gesammelt, In dem können Menschen, die meinen, Opfer von Polizeigewalt geworden zu sein, Angaben dazu machen. Die Kriminalitätsforscher werten die Antworten dann aus. Der Fragebogen kann im Internet in mehreren Sprachen ausgefüllt werden. Die Ergebnisse sollen 2020 veröffentlicht werden.

RUB Studie zu Polizeigewalt startet

WDR 5 Westblick - Interview | 07.11.2018 | 04:35 Min.

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Stand: 08.11.2018, 11:11