Razzia gegen mutmaßliche Schleuser in NRW

Razzia gegen mutmaßliche Schleuser in NRW

  • Zehn Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen
  • Zwei Haftbefehle in Bitburg
  • Familienclan wird Schleuserkriminalität vorgeworfen

Gegen einen libanesischen Familienclan wurden am Donnerstag (24.10.2019) in vier Bundesländern Razzien durchgeführt. Allein in NRW gab es zehn Durchsuchungen. Dem Familienclan wird Schleuserkriminalität vorgeworfen.

Insgesamt acht Beschuldigten werden gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern sowie weitere Straftaten vorgeworfen. Vier der Beschuldigten seien Mitglieder des Familienclans. Bei dem Großeinsatz waren rund 400 Beamte in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Berlin im Einsatz.

Spezialeinheiten der GSG 9 eingesetzt

Es wurden Wohnungen der Verdächtigen sowie von Zeugen, Geschleusten und eines Polizeibeamten durchsucht. Wegen der "erhöhten Gefährdung" wurden laut Bundespolizei auch Spezialisten der GSG 9 eingesetzt. Laut Bundespolizei waren der Razzia Ermittlungen wegen Visafälschungen vorausgegangen. Mit den Fälschungen sollen die Tatverdächtigen die Schleusungen nach Deutschland organisiert haben.

Zwischen Mitte 2018 bis 2019 seien für die Schleusungen syrischer Staatsangehöriger unterschiedliche Flugrouten aus dem Libanon genutzt worden. Ziele seien Flughäfen in Deutschland und den Niederlanden gewesen. Zehn Schleusungen konnten von Verbindungsbeamten der Bundespolizei in Beirut, Moskau, Kairo und Theran verhindert werden.

Weil der Clan "Garantieschleusungen" angeboten habe, sollen die Täter versucht haben, die gescheiterten Schleusungen weiterhin durchzuführen.

Stand: 24.10.2019, 17:08

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