Dortmunder Rathaus muss für fast 34 Millionen Euro saniert werden

Dortmunder Rathaus

Dortmunder Rathaus muss für fast 34 Millionen Euro saniert werden

Von Michael Westerhoff

  • Sanierung kostet fast 34 Millionen Euro
  • Fassade und Brandschutz müssen erneuert werden
  • Dortmunder Rathaus bleibt für zwei Jahre geschlossen

Schreiner, Installateure, Elektriker, Handwerker - viele Gewerke hatten sich am Montagabend (24.06.2019) im Rathaus versammelt. Schließlich gibt es dort demnächst viel Geld zu verdienen. 33,9 Millionen Euro. So teuer soll die Sanierung des Gebäudes werden.

Viele örtliche Handwerker hoffen auf lukrative Aufträge. Der Andrang war also groß als Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Sanierungspläne vorstellte.

Hohe Abnutzung durch Besucher

Das Rathaus ist in die Jahre gekommen. Im Juni 1989 wurde es eröffnet. Heute, 30 Jahre später, ist es ein Sanierungsfall.

Kein Wunder, sagt Thomas Pisula, Vorsitzender der Kommission, die die Renovierung koordiniert: "Das Gebäude wird jedes Jahr von einer sechsstelligen Besucherzahl besucht. Das ist ja einer ganz anderen Abnutzung ausgesetzt als wir das in unseren privaten Wohnungen haben. Wenn Sie Ihre gesamte Nachbarschaft jeden Tag durch Ihre Wohnung jagen, muss die sicherlich auch nach 30 Jahren renoviert werden."

Umfassende Sanierung erforderlich

Auch wenn die Stadt in einer Broschüre von einer "guten Bausubstanz" des Rathauses spricht, ist nun eine Rundum-Sanierung erforderlich. Die Fassaden müssen gereinigt und erneuert werden, die gläserne Kuppel ist genauso sanierungsbedürftig wie die Fenster. Die gesamte Elektrik wird neu verlegt, Belüftungsanlage, Fluchttreppen neu gebaut, Wand- und Bodenfliesen im Erdgeschoss erneuert.

Auch der Brandschutz muss auf den neusten Stand gebracht werden. Die Liste der Baumaßnahmen umfasst mehr als 20 Punkte. Die Sanierung ist mit fast 34 Millionen Euro teurer als der gesamte Bau, der vor 30 Jahren umgerechnet 31 Millionen Euro gekostet hat.

Oberbürgermeister und Politiker müssen in der Bauzeit umziehen

Baubeginn soll im Herbst 2020 sein, für den 29. November 2022 ist die feierliche Wiedereröffnung geplant. Während dieser Zeit kann das Gebäude nicht genutzt werden. Ein Quartier für Oberbürgermeister, Angestellte und Fraktionen ist nach längerer Suche gefunden. Die Verwaltungsmitarbeiter und Politiker ziehen ins nahe gelegene alte Verwaltungsgebäude des Volkswohlbundes.

Wohin der Rat ausweichen muss, ist noch unklar. Aktuell favorisiert die Stadtverwaltung die Verlegung der Rats- und Ausschuss-Sitzungen in die alte Handwerkskammer. Der Saal an der Reinoldistraße steht seit dem Umzug der Handwerkskammer zur Ardeystraße 2014 immer noch leer.

Stand: 25.06.2019, 07:54