RAG soll in Zukunft PCB aus Grubenwasser filtern

Drei Wasserproben im Glas

RAG soll in Zukunft PCB aus Grubenwasser filtern

Von Sebastian Auer

  • RAG muss möglicherweise bald Grubenwasser filtern
  • Bezirksregierung lässt entsprechende Weisung prüfen
  • Kosten müsste RAG tragen

Der Bergbaubetreiber RAG muss möglicherweise bald krebserregendes PCB aus dem Grubenwasser einiger Bergwerke filtern - im Rahmen eines Pilotversuches. Die Bezirksregierung Arnsberg prüft eine entsprechende Weisung des NRW-Umweltministeriums. Sie liegt dem WDR vor.

PCB gelangt aus Grubenwasser in Flüsse

Grubenwasser: Debatte um giftige Rückstände hält an

Grubenwasser wird ungefiltert in Flüsse geleitet

Unter Tage lagern bis zu 15.000 Tonnen giftiges PCB. Das wurde früher als Brandschutzmittel in Hydraulikölen benutzt. Das belastete Grubenwasser in stillgelegten Bergwerken wird abgepumpt und in Flüsse geleitet. Die RAG plant, das Grubenwasser ansteigen zu lassen. Laut Umweltministerium sei davon auszugehen, dass dadurch mehr PCB-Rückstände ausgewaschen werden und in die Flüsse gelangen.

Das Umweltministerium beruft sich in der Weisung auf ein Gutachten, wonach 90 Prozent des belasteten Grubenwassers aufbereitet werden können. Wenn die Bezirksregierung Arnsberg nach ihrer Prüfung weder technische noch rechtliche Bedenken äußert, müsste die RAG das Grubenwasser an drei Standorten filtern. Die Bezirksregierung Arnsberg soll die Prüfung bis zum 10.05.2017 abgeschlossen haben.

Die Anordnung von bis zu acht großtechnischen Aufbereitungsanlagen sei verhältnismäßig, heißt es in der zu prüfenden Weisung. Die Kosten seien nicht unangemessen. "Ein guter Weg", sagt die Umweltorganisation BUND, der die Einleitung von PCB-verseuchtem Wasser schon lange ein Dorn im Auge ist.

RAG: "Weisung liegt noch nicht vor"

Die RAG verweist schriftlich darauf, dass ihnen die Weisung aus dem Umweltministerium noch nicht vorliege und deshalb nicht kommentiert werden könne. Außerdem sei die PCB-Belastung in Flüssen nur in sehr geringem Maße auf das eingeleitete Grubenwasser zurückzuführen.

Sollte die RAG später in allen ehemaligen Bergwerken das Grubenwasser filtern müssen, rechnet das Umweltministerium mit jährlichen Kosten von 13,5 Millionen Euro für die RAG-Stiftung.

In einer früheren Version des Artikels hieß es, die RAG müsste die Filterung des Grubenwassers unverzüglich durchführen. Korrekt ist: Die Weisung des Umweltministeriums muss zunächst von der Bezirksregierung Arnsberg geprüft werden.

Stand: 05.05.2017, 15:38