Nach Räumung: Brandschutzarbeiten an Duisburger Mehrfamilienhaus

Ein Bagger reißt eine Baumwurzel aus

Nach Räumung: Brandschutzarbeiten an Duisburger Mehrfamilienhaus

  • Brandschutz-Mängel: Stadt räumt 16 Wohnungen
  • Bewohner: "Ein traumatisierendes Erlebnis"
  • Arbeiten machen Hoffnung auf baldige Rückkehr

Arbeiter fahren mit Hebebühnen hoch in die Baumkronen, ihre Kettensägen fressen sich in das frische Holz, ein Bagger räumt die heruntergefallenen Äste weg. Es sind keine normalen Gartenarbeiten, die am Montag (07.01.2019) im Hinterhof eines Duisburger Mehrfamilienhauses beginnen. Den Bewohnern macht der Krach der Maschinen Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die eigenen vier Wände.

Plötzliche Räumung

Es war der 10. Dezember, als die 42 Bewohner von 16 Eigentumswohnungen in Duisburg-Hochfeld von jetzt auf gleich raus mussten. Die Stadt hatte Brandschutzmängel festgestellt und ließ die betroffenen Wohnungen sofort räumen. Die Feuerwehr könne die Rückseite des Hauses im Falle eines Brandes nicht anfahren, weil eine Durchfahrt zu niedrig sei.

Wolfgang Weidemann

Wolfgang Weidemann musste seine Wohnung verlassen

"Es war ein sehr traumatisierendes Erlebnis", erinnert sich Bewohner Wolfgang Weidemann, zumal er die Feuerwehr bereits vor über 10 Jahren auf die prekäre Rettungslage angesprochen habe. "Die haben sich das angesehen und haben gesagt: Kein Handlungsbedarf."

Die Stadt dementiert das auf Anfrage des WDR: "Es gibt keine Dokumente, die Hinweis darauf geben, dass die Feuerwehr brandschutztechnisch zu einer anderen Einschätzung gekommen wäre."

Bäume müssen neuem Rettungsweg weichen

Damit die Bewohner in ihre eigenen Wohnungen zurückkönnen, müssen nun also Bäume weichen. Das soll Platz schaffen, für eine neue Feuerwehrzufahrt. Damit die Einsatzfahrzeuge bei einem etwaigen Brand sicheren Stand haben, wird außerdem die Grünfläche mit Rasengittersteinen befestigt.

Hoffnung auf Rückkehr im Januar

Wolfgang Weidemann ist "einerseits traurig, dass unsere schönen Bäume gefällt werden", andererseits honoriert er, dass etwas für die Brandsicherheit getan wird. Für das Vorgehen der Stadt hat er aber weiter kein Verständnis: "Ein bißchen mehr Empathie wäre schön gewesen."

Für die Weihnachtszeit habe ihm die Kirche eine Unterkunft zur Verfügung gestellt, andere Bewohner seien bei ihren Kindern untergekommen, sagt Wolfgang Weidemann. Er hofft, Ende Januar wieder im eigenen Bett aufzuwachen.

Stand: 07.01.2019, 16:07

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