Corona in Duisburger Arztpraxis: 76 Quarantänefälle

Blick ins leere Wartezimmer einer Arztpraxis

Corona in Duisburger Arztpraxis: 76 Quarantänefälle

Von Petra Vennebusch

Eine Ärztin mit Corona-Symptomen soll in einer Duisburger Praxis Patienten behandelt haben. Die Stadt hat daraufhin mindestens 76 Menschen in Quarantäne geschickt.

Die Praxis wurde auf Notbetrieb umgestellt. Die betroffene Ärztin soll an Heuschnupfen leiden und sei negativ getestet gewesen, als sie Patienten behandelte, so der Leiter der Praxis. Erst später sei bei ihr Corona festgestellt worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie aber keinen Patientenkontakt mehr. Der leitende Arzt widerspricht deshalb den Vorwürfen.

Stadt Duisburg informierte Praxis über infizierte Ärztin

Am Mittwoch nach Ostern hatte die Stadt Duisburg den Meidericher Arzt dann über die Covid-Erkrankung seiner Kollegin informiert. Nicht geimpfte Mitarbeiter mussten in Quarantäne, genauso wie die von der positiv getesteten Ärztin zuvor behandelten Patienten. Laut Stadt Duisburg habe sich aber keiner der Patienten in der Praxis angesteckt.

"Wer infiziert ist, muss seine Kontakte informieren"

Trotzdem gibt es Kritik, weil die Arztpraxis die Patienten nicht selbst informiert habe. Sie erfuhren erst von der Stadt von der Infektion der Ärztin und der daraus folgenden Quarantäne für sie. Eine Vorgabe des Landes Nordrhein-Westfalen sieht das aber anders vor: "Personen mit positivem Testergebnis (infizierte Personen) müssen unmittelbar ihre engen persönlichen Kontakte informieren", heißt es dort.

Die Pressestelle der Stadt Duisburg bestätigt das: "Abgesehen von der Verordnungslage war und ist dies vor dem Hintergrund der bekannten Inzidenzlage mehr als angezeigt". Der leitende Arzt der Praxis verweist auf die aktuelle Überlastung: Allein die Listen für das Gesundheitsamt zusammenzustellen, habe viel Zeit gekostet. Außerdem hätte der Notbetrieb organisiert werden müssen.

Stand: 13.04.2021, 16:53