Baby erschlagen: Angeklagter schweigt zu den Vorwürfen

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht am Dienstag in Duisburg in einem Raum eines Richters des Landgerichtes neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel

Baby erschlagen: Angeklagter schweigt zu den Vorwürfen

  • Prozessbeginn vor Duisburger Landgericht
  • Angeklagter Vater schweigt
  • Kein Tatverdacht gegen die Mutter

Nach dem gewaltsamen Tod eines acht Monate alten Babys muss sich der Vater des Kindes seit Montag (25.03.2019) vor Gericht verantworten. Der Angeklagte soll seine Tochter am 29. April 2018 in der Mülheimer Wohnung der Familie gegen einen festen Gegenstand geschlagen haben.

Dadurch soll er den Tod des Säuglings laut Anklage zumindest billigend in Kauf genommen haben. Das kleine Mädchen war am nächsten Tag in einem Essener Krankenhaus an den Folgen schwerster Kopfverletzungen gestorben.

Zum Prozessauftakt vor dem Duisburger Schwurgericht hat sich der 23-jährige Mann noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Anklage lautet auf Totschlag. Die Mutter des Babys war zur Tatzeit erst 17. Gegen die junge Frau besteht kein Tatverdacht. Dem Jugendamt sei die Familie aber schon bekannt gewesen.

Staatsanwaltschaft entlastet Jugendamt

Eine Prüfung habe ergeben, dass bei den Jugendämtern in Gelsenkirchen und Mülheim keine Fehler gemacht wurden. Das bestätige der Duisburger Staatsanwalt Martin Mende. Mehrere unangemeldete Kontrollen bei der jungen Familie hätten keine Auffälligkeiten gezeigt.

"Die Familie ist vom Jugendamt Gelsenkirchen betreut worden. Auch nach der Übergabe nach Mülheim hat es keinen Anhaltspunkt für eine Kindeswohlgefährdung gegeben", so Mende. Die Wohnverhältnisse der Familie seien ebenfalls ordentlich gewesen.

Stand: 25.03.2019, 17:26