Abschuss von Wölfin "Gloria": Klage abgewiesen

Abschuss von Wölfin "Gloria": Klage abgewiesen

Von Peter Hild

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hat die Klage eines Schäfers aus Hünxe abgewiesen. Er forderte erneut die Entnahme der Wölfin Gloria.

Das Gericht ist nicht überzeugt, dass künftig ernsthafte Schäden von der Wölfin zu befürchten sind. Geklagt hatte Kurt Opriel, der durch die Wölfin 26 Tiere verloren haben soll.

Sie sollen alle in den vergangenen zwei Jahren von Wölfin Gloria gerissen worden sein. Und das, obwohl der Schäfer aus Hünxe am Niederrhein nach eigener Aussage stets alle Schutzvorgaben des Kreises eingehalten hat.

Nach Angaben des Gerichts seien die Übergriffe durch die ergriffenen Schutzmaßnahmen des Schäfers schon deutlich weniger geworden. In einem ausgewiesenen Wolfsgebiet gebe es eben keinen hundertprozentigen Schutz. Das Gericht sieht keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Wölfin auf das Reißen von Schafen konzentriert oder spezialisiert habe.

Opriel beantragte eine Ausnahmegenehmigung beim Kreis Wesel für die Entnahme der Wölfin. Die wurde vom Kreis aber ebenso abgelehnt wie in einem ersten Eilverfahren vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht.

Was bedeutet eine "Entnahme"?

Laut NABU schließt eine Entnahme das Fangen aber auch das Töten einzelner Tiere ein. In Einzelfällen könne die Entnahme durch fachkundige Personen angeordnet werden, wenn eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde des entsprechenden Bundeslandes vorliegt.

Wann ist ein Wolf verhaltensauffällig?

Mehrfach habe Gloria etwa hohe Stromzäune überwunden und sei damit verhaltensauffällig, sagt Opriels Anwalt Stefan Steinkühler. Nur in einem solchem Ausnahmefall dürfte der sonst streng geschützte Wolf laut Bundesnaturschutzgesetz getötet werden.

Es gibt jedoch unterschiedliche Auffassungen darüber, wann ein Wolf verhaltensauffällig ist. Ein vom NRW-Umweltministerium beauftragtes Gutachten kam zuletzt zu dem Ergebnis, dass Gloria bisher noch nicht auffällig gewesen sei.

Stand: 06.05.2021, 14:13